bedeckt München 22°
vgwortpixel

Neubiberg:Mehr Personal für die Ganztagsklassen

Neubiberg, Aula der Grundschule, Sozial- und Kulturausschuss, mit Unterschriftenübergabe der Elterninitiative,

Die Mütter Vanessa Weihbrecht, Kathrin Tauber und Melani Schaller (von links) übergeben Unterschriften an Bürgermeister Günter Heyland.

(Foto: Angelika Bardehle)

Die Gemeinde Neubiberg will fünf zusätzliche Sozialpädagogen und vier weitere Kräfte an der Grundschule einstellen und eine Betreuung bis 17 Uhr ermöglichen. Damit erfüllt sie alle Wünsche der Eltern

Die Freude bei den mehr als hundert Eltern und Schülern in der Aula der Grundschule Neubiberg ist groß. Der Sozialausschuss hat am Montag ihrem Wunsch nach mehr pädagogischem Personal für die Ganztagsklassen der Grundschule Neubiberg entsprochen. Das Gremium entschied auf einen Änderungsantrag von Thomas Pardeller (CSU) hin einstimmig, "auf Grundlage des vom Elternbeirat erarbeiteten Konzepts ein qualitativ hochwertiges Betreuungsangebot zu erhalten". Konkret heißt das, dass für jede der vier Ganztagsklassen eine sozialpädagogische Kraft angestellt werden soll, eine weitere als Springerin sowie vier Ergänzungskräfte. Zudem sollen die Eltern nach Unterrichtsschluss um 15.35 Uhr Betreuungszeit bis 17 Uhr optional dazu buchen können. Der Gemeinderat muss dem Beschluss noch zustimmen.

"Das ist ein Leuchtturm der gebundenen Ganztagsschule", sagte Elternbeiratsvorsitzende Kathrin Tauber. Die geplante personelle Ausstattung sei toll. Die Eltern hatten in einer Online-Petition mehr als 1000 Unterschriften für ihr Anliegen gesammelt. Diese übergaben sie Bürgermeister Günter Heyland (Freie Wähler) in der Sitzung.

"Wir wollen ein Konzept und nicht eine Verwahrung unserer Kinder", sagte Tauber. Jede Ganztagsklasse mit je maximal 26 Kindern werde derzeit von der Klassenlehrkraft betreut. Sie könne die Arbeit nicht allein leisten, es brauche viel mehr sozialpädagogische Arbeit, sagte Tauber. Dass der Aspekt den Eltern sehr wichtig ist, belegte auch eine Umfrage des Elternbeirats unter den Eltern der Ganztagsklassen. 79 Prozent der Befragten befanden pädagogische Angebote als sehr wichtig. Die Umfrage zeigte auch, dass 45 Prozent der Befragten eine Betreuungszeit bis 17 Uhr benötigen. Schulleiterin Susanne Sieben unterstützt das Anliegen. Sie betonte, dass die Kinder acht Stunden in der Schule seien, es daher deutlich mehr pädagogisches Fachpersonal als Ansprechpartner für die Kinder brauche. Sie hatte mit dem Elternbeirat im März eine E-Mail mit dem gewünschten Konzept an die Gemeinde geschickt. Sieben appellierte an die Gemeinde, das Geld für die zusätzlichen Fachkräfte - laut Verwaltung 272 600 Euro im Jahr - zur Verfügung zu stellen: "In Bildung kann man gar nicht genug investieren."

Im Gremium war schnell klar, dass man zu einer Anpassung bereit ist. "Wir sind immer wieder bereit, bestehende Angebote auszubauen", sagte Heyland. Über das Wie diskutierte das Gremium derweil lange. So hatte die Verwaltung in ihrem Beschlussvorschlag weniger zusätzliches Personal empfohlen. Demnach sollte etwa die Awo München-Stadt ein Konzept für mehr Personal während des Mittagessens erarbeiten und die Verwaltung beim Jugendhilfeausschuss beantragen, die Jugendsozialarbeit aufzustocken. Heyland plädierte zudem dafür, einen Modellversuch einzurichten, wie er an der Grundschule am Pfanzeltplatz in München geplant ist. Er warnte vor vorschnellen Entscheidungen, weil man die negativen Auswirkungen nicht absehen könne. Heyland gab auch zu bedenken, dass es unwahrscheinlich sei, dass ein Träger bis September neun zusätzliche Kräfte zur Verfügung stellen könne.

Die Gemeinderäte unterstützten jedoch das Konzept der Eltern. Thomas Pardeller (CSU) begrüßte die Idee, mit einer weiteren Fachkraft pro Klasse eine Bezugsperson zu etablieren. Auch Andrea Bernatowicz (Grüne) plädierte dafür, nicht abzuwarten, sondern auch einmal ein Risiko einzugehen. Elternbeiratsvorsitzende Tauber verwies darauf, dass der Kreisjugendring Mindeststandards von einer halben Sozialpädagogenstelle pro Ganztagsklasse festlegen wolle. Sie bat die Gemeinderäte, sich daran zu orientieren. Der Elternbeirat fordere pro Pädagogen eine Viertelstelle mehr, also je eine Dreiviertelstelle, sodass optionale Stunden angeboten werden können, von denen auch die Regelklassen profitieren können.