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Neubiberg:Kita-Personal geht vor

Gemeinde hebelt Punktesystem zur Wohnungsvergabe aus

Von Daniela Bode, Neubiberg

Wie überall gestaltet sich auch in Neubiberg die Suche nach Personal für die Kindertageseinrichtungen oft schwierig. Zum Teil liegt das daran, dass Erzieherinnen keine bezahlbaren Wohnungen finden. In Zukunft soll die Verwaltung daher gemeindeeigene Wohnungen zunächst vorrangig für die Personalgewinnung an Träger der Kitas oder für eigenes Personal anbieten können. Das hat der Hauptausschuss am Montag einstimmig entschieden. Damit weicht die Gemeinde von ihrer Richtlinie zur transparenten Wohnraumvergabe ab, nach der Wohnungen nach einem Punktesystem vergeben werden. Vorgeschlagen wurde die Ausnahme von der Rathausverwaltung, weil Bürgermeister Thomas Pardeller (CSU) einen Kitaträger, der bei der Suche nach Personal eine gemeindeeigene Wohnung anbieten wollte, auf die Richtlinien verweisen hatte müssen. Der Träger ist laut dem Rathauschef am Ende nicht zum Zug gekommen.

Alle Fraktionen befürworteten den Vorschlag. "Wir finden es wichtig, dass Wohnungen, die aus gemeinschaftlichem Geld finanziert werden, auch gemeinschaftlich genutzt werden können", sagte etwa Michael Weigle (FDP). Einige Gemeinderäte wollten aber sicherstellen, dass nicht am Ende zu viele Gemeinde-Wohnungen als Anreiz zur Gewinnung von Kinderbetreuungspersonal verwendet würden. Daher legte sich das Gremium fest, dass nur maximal fünf Wohnungen in dieser Weise vergeben werden dürfen. Außerdem soll das Punktesystem nicht komplett außer Acht gelassen werden. Die Ausschlusskriterien für die Vergabe einer gemeindeeigenen Wohnung bleiben bestehen. Dazu zählt unter anderem, dass die Bewerber selbst kein Immobilieneigentum im Umkreis von 25 Kilometern zum Rathaus haben dürfen.

Im Gremium kam die Frage auf, ob nun immer eine Wohnung frei gehalten werde. Das ist nicht so, wie Pardeller sagte. Vielmehr werde die Gemeinde den Trägern anbieten, eine Wohnung bei der Personalsuche anzubieten, "sofern eine frei ist", sagte der Rathauschef.

© SZ vom 16.09.2020

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