Neubiberg Großzügige Spende für die Feuerwehr

First Responder sind meist die ersten am Unfallort - und retten dadurch viele Menschenleben.

(Foto: privat)

Der Eagles Charity Golfclub ermöglicht die Anschaffung eines neuen Rettungsfahrzeugs. In dem Club sind viele Prominente Mitglied.

Von Roman Schukies, Neubiberg

Feuerwehrmänner dringen in verqualmte Wohnungen ein, holen Katzen von Bäumen, beheben Unwetterschäden - und retten Leben. Damit das in Zukunft noch schneller gelingt, möchte sich die Freiwillige Feuerwehr Neubiberg ein First-Responder-Fahrzeug anschaffen. Diesem Ziel ist sie heuer einen gewaltigen Schritt näher gekommen.

Unlängst überreichte der Eagles Charity Golfclub der Wehr einen Scheck in Höhe des Anschaffungspreises. Die 39 199 Euro aus dem Spendenaufkommen des Vereins ermöglichen nun den Kauf des lebensrettenden Spezialfahrzeugs. Der umgebaute Audi Q 5 soll in Zukunft im Gemeindegebiet zur Ersten Hilfe angefordert werden können. Mitglieder der Neubiberger Feuerwehr werden den Wagen in zwei Schichten rund um die Uhr ehrenamtlich besetzen.

First Responder sind als Ergänzung der Rettungskette gedacht. Ihr Einsatz beruht auf der Erkenntnis, dass bleibende Schäden, etwa bei Herzinfarkten, am besten in den ersten Minuten, also oft noch vor Eintreffen des Notarztes, abgewendet werden können. Das weiß auch Gemeinderat Bernhard Rott, selbst in der Neubiberger Feuerwehr aktiv und deren Vertrauensmann. Er sprach Roswitha Heidecker an, die als Ärztin um die Vorteile der Fahrzeuge weiß. Die fragte ihren Mann - und der war gleich Feuer und Flamme für die Idee.

"Help where you are"

Peter Heidecker ist Unternehmer, Golfspieler und Mitglied der Business-Sektion des Eagles Charity Golfclubs. Er wohnt seit 1985 in Neubiberg - und erkannte sogleich die Gelegenheit, am Ort sinnvolle Hilfe zu leisten. "Mir war wichtig, zu sehen, was in der Gemeinde passiert. Help where you are", fasst er sein Engagement bei der Spenden-Vermittlung zusammen. Zumal der Dienstweg zu den Eagles kaum kürzer sein könnte: Seit 2010 lebt der Verein in Bürogemeinschaft mit der Firma Heideckers.

Der Charity-Club wurde 1993 vom ehemaligen Fußballmanager Frank Fleschenberg gegründet. Seine Idee: Sein Hobby, das Golfspielen, mit sozialem Engagement verknüpfen. Aus dem Golfsport stammt auch der Name: Zum einen hat der namensgebende Adler alles im Blick. Zum anderen bezeichnet "Eagle" aber auch einen Schlag, mit dem man zwei Schläge unterhalb des Solls für eine Runde (Par) bleibt. Zu den Gründungsmitgliedern zählen der Eiskunstläufer Norbert Schramm sowie die Skifahrer Christa Kinshofer und Christian Neureuther.

Franz Beckenbauer ist Mitglied, Erich Kühnhackl und Katja Ebstein

Seitdem kamen etliche Prominente dazu, vor allem ehemalige Profisportler. Franz Beckenbauer ist ein Adler, Erich Kühnhackl, Carlo Thränhardt, Axel Schulz, aber auch Künstler wie Katja Ebstein und Otto. Inzwischen zählt der Verein 109 Mitglieder, darunter beinahe die halbe Weltmeistermannschaft von 1990. Peter Heidecker überrascht das nicht. "Die Prominenten verstehen sich selbst als Verein", meint er. "Die motivieren sich gegenseitig." Und oft fragen Mitglieder ehemalige Sportskameraden, ob sie nicht mitmachen möchten.

Dabei achtet der Verein streng darauf, dass die Mitglieder ihr Engagement ernst nehmen. Der fünfköpfige Vorstand um Chef Fleschenberg prüft jeden Aufnahmeantrag auf Herz und Nieren. "Schließlich soll es nicht darum gehen, sich zu profilieren", meint Heidecker. Potenzielle Mitglieder durchlaufen eine Art Probezeit. Ein Jahr lang nimmt der Bewerber an Turnieren teil, ohne Mitglied zu sein. Danach entscheiden die Mitglieder der Vorstands, ob sie sich den Kandidaten als Mitspieler in den eigenen Reihen vorstellen können.

Im Club gelten strenge Regeln

Und das aus gutem Grund: "Die Eagles sehen sich als große Familie", erzählt Peter Heidecker. Eine Familie mit Regeln: Wer es nicht schafft, an den drei verpflichtenden Turnieren pro Jahr teilzunehmen, wird angeschrieben und freundlich ermahnt. Zwar kann ein Mitglied Krankheit oder berufliche Verpflichtungen als Entschuldigung geltend machen. Im Folgejahr spielt er dann allerdings auf Bewährung. "Das sind keine kapriziösen, exaltierten Promis, die man auf Oscars herumkreischen sieht", meint er augenzwinkernd. "Die haben nur eins im Sinn: Menschen helfen."

So wie bei der Anschaffung des First-Responder-Fahrzeugs. Das soll im April ausgeliefert werden und muss dann noch fachgerecht umgebaut werden. Der Vorsitzende der Feuerwehr, Léon Bogner, würde das Fahrzeug gerne im Mai in Betrieb nehmen. Dann könnte es auch ein Wiedersehen mit den Golfclub-Mitgliedern geben. Zur Übergabe hat sich der Präsident des FC Bayern München, Karl Hopfner, angemeldet.

Die Feuerwehr hofft derweil auf weitere Spenden. Die Betriebskosten trägt zwar die Gemeinde. Für den Umbau und die Anschaffung der lebensrettenden Geräte wie Defibrillator und Absaugpumpe werden jedoch etwa 20 000 Euro benötigt. Peter Heidecker wünscht sich nur eines: "Ich hoffe, dass das Auto die größte Fehlinvestition aller Zeiten ist - und nur in der Garage herumsteht."