Neubiberg:Es plätschert dahin

Neubiberg: So friedlich fließt der Hachinger Bach normalerweise dahin, bei starken Regenfällen kann er sich aber zu einem reißenden Strom entwickeln.

So friedlich fließt der Hachinger Bach normalerweise dahin, bei starken Regenfällen kann er sich aber zu einem reißenden Strom entwickeln.

(Foto: Claus Schunk)

Der Hochwasserschutz am Hachinger Bach kommt nicht voran

Von Daniela Bode, Neubiberg

Verheerende Überschwemmungen in verschiedenen Teilen Deutschlands mit zahlreichen Menschen, die ums Leben gekommen sind - für die Neubiberger SPD-Fraktion ist die aktuelle Katastrophe ein Anlass, das Thema Hochwasserschutz wieder aufs Tableau zu bringen. Sie hatte im Gemeinderat zuletzt einen Dringlichkeitsantrag gestellt, die Verwaltung solle umgehend mit den betroffenen Kommunen und Grundstückseigentümern die Gespräche zur Realisierung der Hochwasserschutzmaßnahmen für Unterbiberg wieder aufnehmen. Auch wenn die Fraktion ihren Antrag am Ende wieder zurücknahm: Sie kann sich sicher sein, dass über das Thema wieder gesprochen wird. Neubibergs Bürgermeister Thomas Pardeller (CSU) versicherte, dass die Gemeinde ohnehin an dem Thema Hochwasserschutz dran sei und es wichtig nehme.

Der Neubiberger Ortsteil Unterbiberg liegt wie Oberhaching, Taufkirchen, Unterhaching und die Stadt München am Hachinger Bach. Meistens plätschert er friedlich dahin, das kann sich bei heftigen Regenfällen aber schnell ändern, wie das Pfingsthochwasser 2013 zeigte. Daher bemühen sich die betroffenen Gemeinden schon lange um ein interkommunales Hochwassermanagement. Viel passiert ist in den vergangenen Jahren allerdings nicht. "Aktuell steht das Grundwassermodell der Stadt München aus", informierte Pardeller den Gemeinderat. Er rechnet damit, dass es im Herbst fertig wird. "Wenn das da ist, werden die Gespräche weitergehen", sagte er. Natürlich wisse er um die Bedeutung des Themas. Die Dringlichkeit des Antrags sah er dennoch nicht. Er stellte anlässlich des Vorstoßes der SPD in Aussicht, dass es einen Sachstandsbericht zu dem Thema geben solle. Zudem wolle er den Gemeinderat zu einem Arbeitsgespräch mit den Gutachtern einladen.

SPD-Fraktionsvorsitzende Elisabeth Gerner honorierte die Aktivitäten der Gemeinde. Sie begründete den Antrag damit, dass seit 2014 ein von Neubiberg und den Anliegergemeinden beauftragtes interkommunales Gutachten zu notwendigen Maßnahmen für einen wirksamen Hochwasserschutz vorliege, aber noch nichts umgesetzt sei. Sie verwies darauf, dass vor allem bei den Gemeinden am Oberlauf die Bereitschaft, aktiv zu werden, eher gering sei. In einer Situation wie dieser sei "vielleicht auch ein Herr Schelle kompromissbereiter", sagte sie in Anspielung auf Oberhachings Bürgermeister.

Wie Pardeller sahen die meisten im Gremium die Dringlichkeit nicht, aber die Brisanz des Themas. Der Bürgermeister betonte, die Gemeinde arbeite mit Hochdruck an dem Thema, es hake eher bei anderen. In diese Richtung äußerte sich auch der Unterbiberger Tobias Thalhammer (CSU): Man müsse sich an die Stadt München wenden. Gerner nahm den Antrag schließlich zurück, sagte aber: "Ich will, dass alle beteiligten Bürgermeister an einen Tisch kommen." Das ist auch im Interesse Pardellers. Er favorisiert eine "gemeinsame Lösung" der Gemeinden, wie er der SZ sagte. Neubiberg arbeite aber auch an Alternativen.

© SZ vom 23.07.2021
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