Binnenklima:Protest gegen Bebauung im Grünzug

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Nördlich der Firmenzentrale von Infineon soll ein Technologie-Campus entstehen. (Foto: Claus Schunk)

Eine Bürgerinitiative ruft zu Einwendungen gegen die Neubiberger Pläne für bis zu 27 Meter hohe Gebäude neben der Infineon-Zentrale auf. Sie sieht die Frischluftzufuhr für den Münchner Südosten gefährdet.

Von Daniela Bode, Neubiberg/München

Gegen die geplante Bebauung neben der Firmenzentrale von Infineon regt sich Widerstand. Die Bürgerinitiative „Frischluftzufuhr für München“ sieht durch die teilweise bis zu 27 Meter hohen Gebäude im Grünzug Hachinger Tal die Versorgung der Menschen im Münchner Südosten mit Frischluft erheblich gefährdet. Sie hat eine Muster-Stellungnahme zum Bebauungsplan der Gemeinde Neubiberg formuliert, die jeder auf der Homepage unter https://frischluftzufuhr-muenchen.de/ abrufen kann. Diese soll laut einer Pressemitteilung der 2019 gegründeten Initiative den Bürgern als Grundlage dienen, bis 17. Juni eigene Bedenken an die Gemeinde zu senden.

Das Mammut-Vorhaben mit dem Namen „Zukunftspark Neubiberg“ sieht auf dem Kapellenfeld nördlich von Infineon einen Technologie-Campus vor, daran angrenzend landwirtschaftliche Fläche mit Photovoltaikanlagen und daneben einen Landschaftspark. Die Bürgerinitiative lehnt den Bebauungsplan ab und kritisiert in ihrer Stellungnahme unter anderem, dass die Funktionsfähigkeit des regionalen Grünzugs nicht ungeschmälert erhalten würde.

Nach ihrer Aussage kann das klima-ökologische Gutachten der Firma Geo-Net Umweltconsulting GmbH die Konflikte mit dem Regionalplan nicht ausräumen. Unter anderem sei nicht erkennbar, inwieweit bei der Betrachtung der Veränderungen des Kaltluftvolumenstroms die Auswirkungen von vorhandenem Baurecht im Grünzug, das noch nicht ausgeschöpft sei, eingeflossen sei. Auch ein Temperaturanstieg durch den Klimawandel sei nicht berücksichtigt. Die Bürgerinitiative moniert zudem, dass die gesundheitlichen Auswirkungen des reduzierten Kaltluftvolumenstroms für die angrenzende Bevölkerung nicht ausreichend behandelt würden. Auch befürchtet sie eine verkehrliche Überlastung der Autobahn A8 und der Unterhachinger Straße, die in unmittelbarer Nähe liegen.

Bei der Vorstellung der Pläne im Neubiberger Gemeinderat hatte der Gutachter der Firma Geo-Net gesagt, das Problem Kaltluft sei gelöst und stelle kein Hindernis dar – unter anderem war das Baufeld gegenüber einer früheren Planung verkleinert worden.

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