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Neubiberg:Bürger wollen Fortschritte sehen

Unterbiberger beschäftigt Frischluftschneise, Klimaschutz und ein Treff für die Jugend

Von Daniela bOde, Neubiberg

Die Mitarbeiter der Gemeinde Neubiberg hatten alles vorbereitet, damit möglichst viele die Ortsteil-Bürgerversammlung in der Aula der Grundschule Unterbiberg unter den derzeit geltenden Hygienebedingungen mitverfolgen konnten. Sie hatten auch den angrenzenden Mehrzweckraum geöffnet und mit einem Bildschirm versehen. Doch viele Unterbiberger entschieden sich am Donnerstagabend wohl angesichts der hohen Infektionszahlen zuhause zu bleiben. Nur etwa 20 Zuhörer einschließlich einiger Gemeinderäte und Verwaltungsmitarbeiter hörten sich die Berichte über die Gemeinde an Ort und Stelle direkt an.

"Es sind so wenige wie noch nie da, aber das ist auch verständlich", sagte Bürgermeister Thomas Pardeller (CSU). "Wir müssen alles tun, dass es nicht zu einem zweiten Lockdown kommt." Er hoffe, dass viele von zuhause aus per Livestream zusähen. Etwa 30 Personen entschieden sich für diese Variante. Fragen der Bürger drehten sich unter anderem um die mögliche Bebauung des Kapellenfelds, die freien Flächen nördlich des Infineon-Campeons. Ein Fazit des Bürgermeisters: Eine Bebauung ist nur möglich, wenn sie im Einklang mit den Belangen des Grünzugs und der Frischluftschneise steht. Ein Bürger, der seine Fragen im Vorfeld im Rathaus eingereicht hatte, wollte wissen, ob die Gemeinde noch vor Vorliegen des von der Stadt München beauftragten Klimagutachtens Planungen unter anderem für das Kapellenfeld vorsehe. Die Gemeinde möchte dort weiteres Gewerbe ansiedeln.

Ein anderer wollte wissen, wann die Bürger beteiligt werden. Pardeller stellte klar, dass die Ergebnisse der Gutachten bei der Änderung des Flächennutzungsplans berücksichtigt werden sollen. Das klimaökologische Gutachten, das die Stadt demnächst beauftragen will, werde wohl Ende 2021 vorliegen. "Eine Entwicklung des Kapellenfelds kann nur erfolgen, wenn die Funktion des Grünzugs und der Frischluftschneise erhalten bleibt", sagte Pardeller. Sobald auf Basis der Fachgutachten ein Entwurf des Flächennutzungsplans vorliegt, soll er der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Laut Pardeller werden dann die Bürger einbezogen, "nicht nur in einer reinen Information", sie sollen sich auch beteiligen können im Rahmen dessen, was möglich ist. Der Bürgermeister signalisierte, dass die Gemeinde die eigenen Interesse im Blick haben werde. Die Aussage, München bekomme keine Luft mehr, wenn am Kapellenfeld gebaut werde, stimme nicht. "Überall wird gebaut", sagte er. Bürgerin Dagmar Brudi pflichtete ihm bei: "Es gefällt mir gut, dass Sie sagen, wir müssen mal auf uns selber schauen, die anderen bauen auch." Man könne sich nicht immer den schwarzen Peter zuschieben lassen.

Ihr eigenes Anliegen indes drehte sich um Treffpunkte für Jugendliche in Unterbiberg. Dass die Gemeinde unbürokratisch an der Ecke Zwerger- und Lilienthalstraße zwei Bänke als Treffpunkt aufgestellt hatte, gefiel ihr. Doch sie wünschte sich, dass schnell versucht werde, einen richtigen Treffpunkt zu schaffen wie im Wahlkampf angesprochen wurde. Der Rathauschef sagte, dass das kein Ersatz sein solle, man mehr Treffpunkte haben wolle und er an die SO-Gebiete - also die Freiflächen an der Lilienthalstraße - denke, er aber nichts konkretes sagen könne.

Auch der Klimaschutz kam zur Sprache. Annika Gehrmann lobte, dass der Gemeinderat kürzlich das Klimaschutzkonzept fortgeschrieben habe, ihr fehle aber ein Plan zur konkreten Umsetzung. Pardeller versicherte, dass der Beschluss in Umsetzung sei und nicht in der Schublade verschwinden werde.

© SZ vom 24.10.2020

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