Beschwerden über Feuerwehr:Die machen das nicht zum Spaß

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Feuerwehr Blaulicht Detail

Das Tatütata der Feuerwehr geht vielen Unterbibergern auf die Nerven. Deren Beschwerden wiederum der Feuerwehr.

Unterbibergs Feuerwehrkommandant ärgert sich über Anwohner, die sich über Sirenenlärm beschweren und Straßen so zuparken, dass die Einsatzfahrzeuge nicht durchkommen.

Von Daniela Bode, Neubiberg

Die Freiwillige Feuerwehr Unterbiberg hat es in jüngster Zeit nicht leicht: Beschwerden über das laute Martinshorn, geparkte Autos, die Straßen blockierten - Kommandant Andreas Baumann machte seinem Unmut darüber bei der Bürgerversammlung im Neubiberger Ortsteil Unterbiberg am Donnerstag Luft. Den Rückhalt zumindest der Anwesenden hatte er: Die rund 40 Besucher applaudierten dem Kommandanten am Ende seines Berichts. Und sie klatschten erneut, als Bürgermeister Thomas Pardeller (CSU) betonte, dass die Aktion der Gemeinde, bei der kostenlose FFP2-Masken an Bürger verteilt wurden, ohne die Unterbiberger Feuerwehr nicht machbar gewesen wäre.

"Manche Leute glauben offenbar, dass wir das nur zum Spaß machen", sagte Baumann, also Martinshorn und Blaulicht nutzen. Diverse unfreundliche E-Mails erreichten die Feuerwehr. So schrieb ein Absender: "Wieso müssen Sie eigentlich ständig mit der Sirene auf voller Lautstärke durchs Dorf fahren?" Man habe Kinder und könne nicht allen gleichzeitig die Ohren zuhalten. Die jüngsten Einsätze, so ein Vorwurf, rechtfertigten die Sirenen nicht.

Beschwerden über Feuerwehr: "Warum mache ich das überhaupt?“ Kommandant Andreas Baumann spricht auf der Bürgerversammlung in Unterbiberg Klartext.

"Warum mache ich das überhaupt?“ Kommandant Andreas Baumann spricht auf der Bürgerversammlung in Unterbiberg Klartext.

(Foto: Claus Schunk)

Dagegen wehrte sich der Kommandant: "Es gibt gesetzliche Vorgaben. Würden wir ohne Blaulicht und Martinshorn zum Einsatz fahren und einen Unfall verursachen, gäbe es Probleme." Alle Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr arbeiteten ehrenamtlich, so Baumann. Wenn noch mehr solche Beschwerden kämen, stellten sich manche die Frage: "Warum mache ich das überhaupt?" Zumal seine Leute von ihren Einsätzen oft belastende Bilder mit nach Hause nähmen.

Ein anderes Ärgernis seien Autos, die wie Hindernisse geparkt würden. Oft kämen die 2,50 Meter breiten und bis zu zwölf Meter langen Einsatzfahrzeugen in den engen Straßen Unterbibergs kaum vorbei. Dabei gehe es ja darum, schnell am Einsatzort zu sein. "Es wäre fair, wenn man uns unsere Arbeit machen lässt", so der Kommandant.

Bürgermeister Pardeller hatte sich weniger mit Beschwerden, dafür aber einigen Anfragen von Bürgern auseinanderzusetzen. So regte ein Besucher an, einen Sachverständigen zum Thema Hochwasserschutz einzuladen, dem die Bürger Fragen stellen könnten. Was passiert, wenn es am Hachinger Bach Hochwasser gibt? Wie kann man als Bewohner selbst vorsorgen? Pardeller sagte eine Bürgerinfo zu.

Ein Bürger hatte schriftlich gefragt, ob die Gemeinde eine einfache Brücke über den Hachinger Bach baue, als Schulweg. Pardeller verwies darauf, dass die Idee schon in der Vergangenheit aus verschiedenen Gründen abgelehnt worden sei. Möglicherweise ergebe sich aber bei der Kooperation mit der Landeshauptstadt München über die Freiflächen am Hachinger Bach ein neuer Ansatz. Wünsche nach einem Familienzentrum in Neubiberg verneinte Pardeller und verwies stattdessen auf bestehende Angebote, von Geburtsvorbereitungskursen bis zur Kontaktmesse für junge Familien. Im Neubaukonzept für das Seniorenzentrum sei zudem im Sinne des Projekts "Jung und Alt" an Kooperationen mit Familien gedacht.

Zu Anregungen, öffentliche Gebäude mit Photovoltaikanlagen zu versehen, informierte der Rathauschef, dass die Gemeinde dies bei Neubauten prüfe, so sei das beim neuen Feuerwehrhaus in Unterbiberg geschehen. Bei Bestandsbauten solle die Frage im Rahmen des Masterplans "Klimaneutrale Gemeinde" nochmals vertieft geprüft werden.

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