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Neubiberg:Anbau aus Holz und Beton

Das Neubiberger Rathaus soll durch einen Anbau in Hybridbauweise erweitert werden.

(Foto: Claus Schunk)

Die Rathauserweiterung soll nachhaltig sein

Von Daniela Bode, Neubiberg

Der Erweiterungsbau des Neubiberger Rathauses soll in einer Mischung aus Holz- und Stahlbetonbauweise errichtet werden. Das hat der Sonderausschuss Verwaltungsgebäude am Montag einstimmig entschieden. Mit Blick auf die reinen Baukosten ergibt sich dadurch im Vergleich zur reinen Massivbauweise voraussichtlich eine Kostensteigerung von lediglich 130 000 Euro. "Es hat sich gelohnt, das noch einmal prüfen zu lassen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen", sagte Bürgermeister Thomas Pardeller (CSU). Zuletzt hatte der Ausschuss beschlossen, auch eine Holzbauweise zu prüfen. Wie Pardeller betonte, wolle man mit der Hybrid-Variante das Positive beider Bauweisen nutzen.

Architekt Jan Spreen stellte dem Gremium das Projekt in Massiv- und in Holzbauweise mit Blick auf verschiedene Kriterien vor. Einen Vergleich stellte er nur für das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss an, bei denen es vor allem um Decken, Wände und Stützen geht. Denn bei Tiefgarage und Untergeschoss steht bereits fest, dass sie in Massivbauweise erfolgen. Ebenso ist beim Dachstuhl klar, dass er aus Holz bestehen wird. Spreen führte etwa an, dass Holz ein nachwachsender Rohstoff sei und auf der Baustelle schnell verbaut werden könne. Holz könne auch wiederverwendet werden und es erzeuge im Raum eine Behaglichkeit. Bei Stahlbeton sei der CO₂-Fußabdruck größer, es sei aber anders als Holz nicht brennbar. Nach dem Vergleich der reinen Baukosten für Decken, Wände und Stützen läge der Holzbau bei 664 000 Euro, der Stahlbetonbau bei 480 000 Euro. Spreen empfahl aber eine Hybrid-Bauweise, um die Vorteile beider Varianten zu nutzen. Bei den Treppen und dem Aufzug etwa schlug er aus Brandschutzgründen eine Stahlbetonbau vor. Die Kombi-Variante läge mit 610 000 Euro für die reinen Baukosten zwischendrin. "Es wäre auch ein Beitrag zum ökologischen und nachhaltigen Bauen", sagte er.

Im Gremium war man sich schnell einig, dass die Hybrid-Variante eine gute Lösung ist. Volker Buck (SPD) begrüßte den Vorschlag auch wegen der Kosten, denn frühere Einschätzungen hätten ergeben, dass der Holzbau wesentlich teurer wäre. "Der Prüfauftrag hat sich gelohnt", sagte er. Kilian Körner (Grüne) freute sich, dass man einen "nachwachsenden Rohstoff" verwende. Er verwies auch auf die Vorbildfunktion, die mit dem Verwaltungsgebäude erfüllt werde. Stephanie Konopac (Freie Wähler) favorisierte die Lösung ebenfalls, mahnte aber, dass man dann nicht wieder an anderer Stelle sparen dürfe. Die Sorge räumte Pardeller aus. Er betonte, dass es eine bewusste Entscheidung sein solle. Läuft alles nach Plan, wird dem Gemeinderat noch vor der Sommerpause eine Entwurfsplanung vorgelegt.

© SZ vom 05.05.2021
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