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Naturschutz:"Mal schön, mal nicht"

Fröttmaninger Heide in München, 2018

Lebensraum für Bienen: Blumenwiese in der Fröttmaninger Heide.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Garching vermehrt insektenfreundliche Blumenwiesen

Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) fand am Schluss die passenden Worte: "Garching ist nicht nur bunt, sondern blüht auch." Zuvor hatten die Stadträte einstimmig beschlossen, einem Antrag der CSU zu folgen, kommunale Grünflächen als insektenfreundliche Blühwiesen anzulegen. "Es baut auf dem auf, was die Stadt schon praktiziert", sagte Gruchmann.

Die Stadt hat in den vergangenen Jahren bereits 161 000 Quadratmeter in Blühwiesen verwandelt, 27 000 Quadratmeter sind in Planung, zusätzlich würden landwirtschaftlich verpachtete Flächen geprüft. Albert Biersack (CSU) bat darum, hier in engem "Schulterschluss mit der Landwirtschaft" zu arbeiten. Es sei jedenfalls nicht nötig, teure Gartenbaufirmen dafür zu engagieren. Er nannte Ismaning als Vorbild, wo das gut funktioniere.

Wenn auch alle Stadträte den Antrag der CSU positiv beurteilten, und sich die Grünen freuten, dass die CSU so einen Antrag stellte, brachte der Dritte Bürgermeister Walter Kratzl (Grüne) noch den Gewässerentwicklungsplan ins Spiel und forderte, diesen weiterzuentwickeln. Es gebe Stellen am Mühlbach, wo die Landwirte fast direkt bis an den Bach ackerten. Wenn sie da spritzten, sei die Gefahr groß, dass Spritzmittel ins Wasser gelangten. Dagegen verwahrte sich Biersack, "das passiert so nicht", sagte er, die Abstandsflächen würden eingehalten. Es sei nun einmal so, dass es in Dirnismaning beispielsweise keine vermessenen Grenzen gebe, "das Wasser ist die Grenze". Daraus folgerte Götz Braun (SPD), Vorsitzender des Bundes Naturschutz, "wenn kein Uferrandstreifen da ist, dann können wir auch keinen Gewässerschutzplan machen".

Braun wies darauf hin, man müsse dem Bürger sagen, dass nicht alles, was den Wildbienen nutze, auch schön anzuschauen sei. "Manchmal ist es schön, manchmal auch nicht." Das müsse noch mehr ins Bewusstsein gerückt werden. Dazu fiel auch dem Bürgermeister ein, dass er gerade gelernt habe: Forsythien seien zwar schön anzuschauen, aber sie nutzten den Bienen gar nichts. Anders als die Blühmischungen, die die Stadt ausgibt.