bedeckt München 25°

Natur und Garten:Naschen im Vorbeigehen

Gerlinde Graf (links) und Ute Senft von der Agenda 21 Ottobrunn-Neubiberg füllen die ersten Hochbeete mit Erde.

(Foto: Claus Schunk)

Die ersten Gemeinschafts-Hochbeete der Agenda 21 in Neubiberg stehen

Von Daniela Bode, Neubiberg

Auf der bisher eher unscheinbaren Wiese zwischen Promenade-, Hirten- und Lersnerstraße in Neubiberg tut sich etwas: Seit einigen Tagen stehen dort einige Hochbeete, mittlerweile sind einige von ihnen auch mit Erde und anderem Material befüllt und damit fast bereit, bepflanzt zu werden. Der Arbeitskreis Natur und Landschaft der Agenda 21 Ottobrunn-Neubiberg hat ein Projekt zum Gemeinschaftsgärtnern ins Leben gerufen. "Zehn Gruppen machen mit", freut sich Ute Senft, Gesamtsprecherin der Agenda. Darunter sind Familien mit kleinen Kindern, Ältere, die gerne garteln, und Schüler der Emile-Montessori-Schule.

Idee war es, den öffentlichen Raum zum Gärtnern nutzbar zu machen, auch den Bürgern essbare Dinge anzubieten. "Also machten wir uns auf die Suche nach einer passenden Fläche und hier ist es ideal", sagt Senft. Einen Namen hätten sie auch schon gefunden, und zwar einen, der ganz schön klingt: Promenadegarten.

Zwölf Hochbeete sollen es am Ende sein. Jede Gruppe betreut in Eigenregie ihr Beet, zwei sind für die Allgemeinheit gedacht. "Wir wollen dort auch Wintergemüse anbauen, es gibt viele Blattgemüse, die auch mal minus 15 Grad aushalten", sagt Senft. Zahlreiche Laucharten, Kohlsorten und Rote Bete zählt sie da auf. Wenn man die Pflanzen mit einem dünnen Fleece abdecke, seien sie geschützt. Die Hobbygärtner wollen ein Naschbeet anlegen, "wo jeder, der vorbeigeht, sich etwas nehmen kann", sagt sie. Einen Bereich mit Beeren soll es geben. "Vielleicht auch ein Hügelbeet mit Kürbissen", sagt Senft.

Das Werkeln macht den Teilnehmern viel Freude. "Das Schönste ist eigentlich, dass soviel zusammengearbeitet wird und die Schüler in Kontakt mit anderen kommen", sagt beispielsweise Lehrerin Eva Schneider von der Emile-Montessori-Schule, die mit ihren elf Schülern der siebten und achten Jahrgangsstufe im Rahmen des Unterrichts an dem Projekt teilnimmt. Wie die anderen Gemeinschaftsgärtner haben die Schüler ihre eigenen zwei Hochbeete selbst aus Europaletten gebaut. Wenn Bedarf war, haben sie bei den anderen Gruppen mitgeholfen. Die Schüler haben ihre Beete bereits mit Ästen, Rasenschnitt und Erde befüllt. Nun kommt noch die Kompostschicht. "Diese Woche wollen wir mit dem Bepflanzen beginnen", sagt Schneider. Das eine Beet wollen sie als Kräutergarten anlegen, das andere als Gemüsebeet, zunächst mit Zucchini und Kürbissen.

Eigentlich hätte das Projekt schon im Frühjahr starten sollen, doch die Corona-Pandemie kam dazwischen. Ein Teil der eigentlichen Teilnehmer entschied sich dann, erst im Herbst einzusteigen. Dann werden die nächsten Beete gebaut und eine Infotafel aufgestellt, die über das Vorhaben informiert.

© SZ vom 22.07.2020

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite