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Nahverkehr in Unterhaching:Wlan für die Wartehäuschen

Bushaltestelle in München, 2017

Die Gemeinde Unterhaching will die gleichen Wartehäuschen anschaffen, die auch in München stehen.

(Foto: Catherina Hess)

Die Gemeinde will alle Bushaltestellen mit einem Wetterschutz ausstatten. Auf Antrag der CSU sollen Handynutzer dort außerdem USB-Buchsen und eine Internetverbindung vorfinden

Der barrierefreie Umbau der Unterhachinger Bushaltestellen ist bereits in vollem Gang. An der Von-Stauffenberg-Straße und am Sportpark wurden die Gehsteige schon so hergerichtet, wie es der Gesetzgeber im Programm "Bayern barrierefrei 2023" vorsieht. Nun fehlen noch die Wartehäuschen. Doch es ist offenbar gar nicht so einfach, sich auf ein geeignetes Modell zu einigen. Der Vorschlag der Verwaltung, die gleichen Bushaltewartehäuschen wie die Stadt München zu bestellen, führte in der Sitzung des Bauausschusses am Dienstagabend zu einer lebhaften Diskussion vor allem darüber, wie eine solche Haltestelle heutzutage ausgestattet werden sollte.

Bisher gab es in der Von-Stauffenberg-Straße nur ein Wartehäuschen, an den anderen drei Haltestellen hatten die Fahrgäste keine Überdachung, während sie auf den 217er Bus nach Neuperlach Süd oder den 220er nach Giesing oder Winning warteten. Dieses eine Häuschen gibt es derzeit auch nicht mehr, da es im vergangenen Winter unter der Schneelast zusammengebrochen ist. Nun will die Gemeinde aber den öffentlichen Personennahverkehr attraktiver machen, indem sie mehr Komfort bietet. Alle Haltestellen sollen daher mit einem Wartehäuschen ausgestattet werden, auch am Sportpark fehlt noch eines in Fahrtrichtung Unterhaching. Macht insgesamt acht Häuschen.

Sie sollen einsehbar sein und beleuchtet, das Dach so konstruiert, dass der Schnee von alleine runterfällt. Und so fiel die Wahl der Rathausverwaltung eben auf das Münchner Modell aus verzinktem Stahl mit verglasten Seitenwänden, Werbevitrine und Bogendach, laut Verwaltung gut anfahrbar für die Busse. Sie sollen zwei Sitze und zwei Stellplätze für Rollstuhlfahrer enthalten. Die Verwaltung findet es einleuchtend, sich an München zu orientieren, zumal die Buslinien in die Landeshauptstadt führen. Auch riet sie dazu, künftig beim barrierefreien Ausbau immer die gleichen Modelle zu verwenden, um einen Wiedererkennungswert zu haben und ein einheitliches System zu verfolgen.

Nun hätte die SPD aber gerne Klappsitze. Nur zwei Sitzplätze findet ihre Gemeinderätin Monika Kormann-Lassas zu wenig. Mit weiteren hochklappbaren Sitzen hingegen könnten wahlweise Rollstuhlfahrer oder Fußgänger diese Plätze nutzen können. Korbinian Rausch von der CSU schlug eine Solarzelle auf dem Dach für die Beleuchtung sowie USB-Buchsen und Wlan für die Buswartehäuschen vor. Und sein Parteikollege Franz Felzmann meinte schließlich, man solle alles noch einmal überprüfen.

Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) war von diesem Vorschlag allerdings wenig angetan. "Wenn wir das noch einmal zurückstellen, bekommen wir heuer keine Buswartehäuschen mehr", mahnte er, was in der CSU- und FPD-Fraktion als "Drohkulisse" aufgefasst wurde. Man setze ihnen die Pistole auf die Brust, damit sie zustimmen. Panzer blieb ob der bevorstehenden Sommerpause aber bei seiner Aussage, dass sich die Sache merklich verzögern würde. Angesichts der Beschwerden über fehlende Häuschen, fände er das wenig erstrebenswert. Der Ausschuss stimmte letztlich doch zu, die Verbesserungsvorschläge sollen von der Verwaltung geprüft werden.