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Nachhaltigkeit:Klimaschutz für Anfänger

Unterhachinger Kinder sollen zum Energiesparen angehalten werden. Im Bild: Bürgermeister Wolfgang Panzer beim Vorlesetag in einem Kindergarten.

(Foto: Claus Schunk)

Unterhachinger Kindergarten- und Grundschulkinder werden fürs Energiesparen belohnt

Von Iris Hilberth, Unterhaching

Weniger Strom verbrauchen, kein Wasser verschwenden und den Müll reduzieren. Das sind Ziele, die sich für Kindergärten und Grundschulen in Unterhaching zukünftig lohnen. Die Gemeinde startet das Projekt "Energiesparmodelle"in zwei gemeindlichen Kindergärten. Unter dem Motto "Klimaschutz ist kinderleicht" sollen Maßnahmen erarbeitet und umgesetzt werden, die die Treibhausgas-Emissionen langfristig senken. Das Besondere an diesem Konzept: Die eingesparten Kosten für Strom, Wärme, Wasser und Abfallentsorgung werden zu hundert Prozent an die Einrichtungen zurückgezahlt.

Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Mittwochabend dem Start des Projekts in den beiden Kindergärten "Glockenblume" und "Villa Kunterbunt" zugestimmt. Ein erstes Planungstreffen hat in enger Zusammenarbeit mit den Leitungen der Einrichtungen bereits stattgefunden. Jetzt geht es zunächst einmal um einen Energie-Rundgang in den Gebäuden, um Datenaufbereitung und eine Auftaktveranstaltung. Die Daten werden dann analysiert und ein Maßnahmenkatalog erstellt. Neben der Umsetzung soll es auch eine regelmäßige Evaluation geben. Alle Maßnahmen werden pädagogisch aufbereitet und gemeinsam mit den Kindern umgesetzt. Grünen-Fraktionssprecherin Evi Karbaumer bat noch darum, auch die Eltern in das Konzept mit einzubinden. "Es ist ein kleines Projekt, das aber sehr wichtig ist", sagte sie.

Die Energiesparmodelle in den Bildungseinrichtungen sind Teil des Unterhachinger Klimaschutzkonzepts. Sukzessive sollen sie in allen fünf gemeindlichen Kindergärten sowie in den beiden Grundschulen und in der Jugendkultur-Werkstatt umgesetzt werden. Je Einrichtung ist die Laufzeit auf vier Jahre begrenzt. Gefördert wird das Programm über die Nationale Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums. Bei der Einführung des Projekts werden 85 Prozent der Kosten übernommen, bei der Umsetzung von technischen und pädagogischen Maßnahmen 60 Prozent gefördert. Für den ersten Teil rechnet die Verwaltung mit einem Zuschuss von etwa 5000 Euro, die zweite Förderung kann sie noch nicht abschätzen. Förderfähig sind hier Sachausgaben für die pädagogische Arbeit, die Bildung sogenannter Energieteams in den Einrichtungen sowie Ausgaben für kleine Installationen, die dem Klimaschutz dienen, durch externe Dienstleister.

Das Geld, das als Prämie für klimaschonendes Verhalten an die Kitas ausgezahlt wird, muss zu 50 Prozent für Ausgaben genutzt werden, die einen Bezug zu Nachhaltigkeit aufweisen oder bei deren Anschaffung Nachhaltigkeitskriterien beachtet werden. Karbaumer findet es allerdings wichtig, dass bei der Erfüllung von Wünschen mit der anderen Hälfte des Geldes nicht etwa Dinge angeschafft werden, die genau diesen Grundsätzen widersprechen. Peter Hupfauer von der FDP befürwortet die Idee, durch Verhalten Prämien zu bekommen. Er wies allerdings darauf hin, dass der Gemeinderat "die Neutralität im Auge behalten" und auch bei anderen Themen ähnliche Projekte ermöglichen sollte.

© SZ vom 23.04.2021
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