Öffentlicher Nahverkehr:Landrat verteidigt MVV-Tariferhöhung

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Christoph Göbel hält höhere Preise für notwendig, um das System zu ertüchtigen.

FDP-Kreisrat Manfred Riederle lässt kein gutes Haar an der Münchner S-Bahn: "Das System ist so marode, die Informationspolitik würde ich als bürgerfeindlich bezeichnen. Das Ausmaß an Versagen spottet jeder Beschreibung", schimpfte der Liberale aus Unterschleißheim in der Kreistagssitzung am Montag. Vor allem in jüngster Zeit seien Verspätungen und Zugausfälle beinahe die Regel, weshalb es einer "absoluten Frechheit" gleichkomme, die Preise anzuheben, solange diese Missstände nicht behoben seien. Er appellierte deshalb an Landrat Christoph Göbel (CSU), in der Gesellschafterversammlung des Münchner Verkehrsverbunds (MVV) gegen die angekündigte Tariferhöhung um im Schnitt 6,9 Prozent zu stimmen.

"Die Energiepreise steigen, die Investitionen sind im Rückstand"

Der Landrat allerdings machte deutlich, dass er ebenfalls hinter den neuen MVV-Tarifen steht, die zum Fahrplanwechsel im Dezember eingeführt werden sollen: "Die Energiepreise steigen und ein Teil davon muss aufgefangen werden", sagte er. Zudem sei es gerade vor dem Hintergrund des desolaten Zustands des S-Bahnsystems dringend notwendig, die Preise zu erhöhen, um für Verbesserungen sorgen zu können. "Ich habe die Fahrpreiserhöhung mitgetragen, weil wir mit den notwendigen Investitionen erheblich in Rückstand sind", sagte Göbel, der auch noch betonte, dass sich der schlechte Zustand des öffentlichen Nahverkehrs auf die S-Bahn beschränke, "unser Bussystem ist nicht marode".

Von Dezember an wird eine Streifenkarte 16,30 Euro anstatt wie bisher 15,20 Euro kosten. Eine Einzelfahrkarte in der Zone M ist dann für 3,70 Euro (bisher 3,50 Euro) zu haben, der Preis für Kinder-Tageskarten steigt von 3,30 auf 3,50 Euro und eine Monatskarte (Isarcard) für Zone M, beziehungsweise zwei Zonen kostet dann 63,20 Euro (bisher 59,10 Euro).

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