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MVG-Radstationen:Mieträder auch in Hohenbrunn

Gemeinde will trotz hoher Kosten sechs Leihstandorte errichten

So langsam wird die Versorgung flächendeckend: Als 22. von insgesamt 29 Kommunen des Landkreises München wird sich nun auch Hohenbrunn dem MVG-Mietradsystem anschließen. Das legte der Umwelt- und Klimaschutzausschuss der Gemeinde in seiner Sitzung am Mittwoch im Rahmen einer Grundsatzentscheidung mit acht zu drei Stimmen fest. Demnach sollen auf dem Gemeindegebiet nach und nach sechs Stationen mit Leihrädern aufgestellt werden, nämlich an günstig gelegenen Punkten in den Hohenbrunner Gewerbegebieten Riemerling West und Muna sowie in der Nähe von Sportstätten. Außerdem bei den für Hohenbrunn relevanten S-Bahnhöfen Hohenbrunn und Wächterhof - und auch am Bahnhof Ottobrunn, allerdings auf Riemerlinger Flur, denn die Mehrheit des Gemeinderats Ottobrunn mit Bürgermeister Thomas Loderer (CSU) an der Spitze lehnt das MVG-Mietradsystem vor allem aus wirtschaftlichen Gründen ab. Dennoch werden die Hohenbrunner mit Ottobrunn und auch mit der anderen Nachbargemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn, wo es lediglich eine Mietstation am Bahnhof gibt, sowie mit ortsansässigen Firmen über Kooperationsmöglichkeiten sprechen.

Die Kosten für die Gemeinde sind allerdings trotz einer 50-prozentigen Beteiligung durch den Landkreis beträchtlich und liegen inklusive der einmaligen Errichtungskosten (etwa 75 000 Euro) bei mindestens 255 000 und höchstens 454 500 Euro für alle sechs Standorte und zehn Jahre. Auch wegen der unklaren Einnahmesituation durch die Corona-Krise sollen Gelder für den Aufbau der ersten Station am Hohenbrunner Bahnhof erst im Haushalt 2021 zur Verfügung gestellt werden.

"Wir Grüne freuen uns sehr über diese Grundsatzentscheidung", sagte Fraktionssprecher Wolfgang Schmidhuber. "Der Vorschlag der Verwaltung, sechs Stationen errichten zu wollen, ist sehr vernünftig, das ist eine ideale Ergänzung für den ÖPNV." Auch Bürgermeister Stefan Straßmair stimmte fürs Mittun, im Gegensatz zu drei seiner vier CSU-Kollegen im Ausschuss. "Ich freue mich sehr, dass wir nun in das System einsteigen", so der Rathauschef. Manfred Haucke (Bürgerforum) zeigte sich ebenfalls zufrieden: "Das ist ein Einstieg in die nachhaltige Mobilität. Diese Maßnahme kommt nicht nur unseren Bürgern zugute, sondern auch denen, die von außen kommen. Ein wichtiger Schritt, auch für den Landkreis."

© SZ vom 29.05.2020

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