Auszeichnung für den Landkreis Herausragendes Fahrradkonzept

Start der MVG-Mieträder in Haar mit (von links) Bürgermeisterin Gabriele Müller, Stellvertretendem Landrat Ernst Weidenbusch und MVG-Projektleiterin Sonja Rube.

(Foto: Angelika Bardehle)

Landkreis erhält Auszeichnung für MVG-Mietrad-System.

Stefan Galler, Landkreis

In diesem Fall ist der zweite Platz keineswegs der erste Verlierer, wie es ein international angewandtes Sprichwort aus dem Sportjargon suggeriert. Die Repräsentanten des Landkreises München zeigen sich jedenfalls stolz und zufrieden mit jener Auszeichnung, die sie am Montagabend in Dresden in Empfang nehmen konnten: Beim Deutschen Fahrradpreis für die besten Projekte zur Förderung des Radverkehrs 2019 belegte der Landkreis in der Kategorie "Service" den zweiten Rang unter 110 Bewerbern. Und zwar mit der sehr schnellen Erarbeitung und Inbetriebnahme des annähernd landkreisweiten MVG-Rad-Systems.

Landrat Christoph Göbel (CSU) zeigte sich hocherfreut über diese Auszeichnung: "Mit der Einführung des MVG-Rads im Landkreis München im vergangenen Jahr haben wir ein neues Kapitel in Sachen Mobilität aufgeschlagen. Neue verkehrliche Möglichkeiten zu schaffen, ist eine unserer dringlichsten Herausforderungen, wenn wir den Landkreis und den Großraum München zukunftsfähig halten wollen", sagte Göbel.

Entwickelt und aufgebaut wurde das System von den Stadtwerken München (SWM) zunächst für die Landeshauptstadt, wo bereits 125 000 Bürger die Leihräder nutzen. Die SWM sind nun auch für die Ausweitung dieses Leihradnetzes auf das Landkreisgebiet verantwortlich. Um den Betrieb wiederum kümmert sich die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG); die Planung des Mietradsystems für den Landkreis erfolgte im ständigen Austausch zwischen der MVG, der Stadt und dem Landkreis München und den beteiligten Kommunen.

Mehr als 1100 Leihräder bis Mitte 2019

Und die Logistik hat es durchaus in sich, schließlich ist der Landkreis München der erste Kreis, der ein Mietradsystem über die gesamte Region bis in den ländlichen Raum ausweitet. Mehr als 1100 Räder an über 160 Radstationen wird es bis Mitte 2019 in 21 der insgesamt 29 Kommunen im Landkreis geben, vorwiegend an S-Bahnhöfen, in Gewerbegebieten, Ortsmitten und weiteren stark frequentierten Räumen. Etwa 125 Stationen sind aktuell bereits in Betrieb. Für das Modellprojekt erhält der Landkreis eine umfangreiche Förderung des Bundes. Das Bundesumweltministerium unterstützt das Vorhaben mit mehr als drei Millionen Euro.

"Es war und ist ein mutiges Projekt, ein Mietradsystem flächendeckend bis in den ländlichen Raum zu etablieren und auf diese Weise Stadt und Umland in einer neuen Form miteinander zu verknüpfen. Viele Rädchen mussten ineinandergreifen, damit aus der Idee ein nutzbares System wird", sagt Landrat Göbel. Dass dieser Mut und Pioniergeist jetzt mit dem zweiten Platz beim Deutschen Fahrradpreis belohnt werde, freue ihn deshalb ganz besonders. "Und alle Beteiligten haben diese Auszeichnung redlich verdient", sagt Göbel.

Vergeben wird der Deutsche Fahrradpreis von einer Fachjury aus Repräsentanten der Initiatoren und Sponsoren sowie fachkundigen Vertretern aus Fahrradindustrie, Verkehrsplanung, Verbänden, Tourismus und Kommunikation. Der erste Preis in der Kategorie "Service" ging an die Bewegung "Freie Lastenräder", die Anleitung zur Umsetzung von Lastenrad-Konzepten bietet. Mit bislang 85 Konzepten, mehr als 180 Rädern und mehr als 10 000 Nutzern sind die "Freien Lastenräder" eines der größten Fahrrad-Verleihsysteme - und das komplett auf ehrenamtlicher Basis.