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Münchner Osten:Waldstück in Flammen: Angst vor neuer Brandserie

Waldbrand Perlach Feuerteufel

Dutzendfach hat es in den vergangenen Jahren im Münchner Osten gebrannt - wie hier im Jahr 2018 in Perlach.

(Foto: Thomas Schmidt)

Zwei aktuelle Feuer wecken die Erinnerung an mehrere ungeklärte Fälle - bis heute ist der Brandstifter nicht gefasst. Nun ermittelt die Polizei.

Zwei Brände im Münchner Osten haben am Dienstag in Erinnerung gerufen, dass der Brandstifter, der für zahlreiche Feuer in den vergangenen Jahren verantwortlich ist, bis heute nicht gefasst ist. Am Dienstagmittag meldeten Anwohner, dass aus einem Waldstück in Waldperlach nördlich der Putzbrunner Straße Rauch aufstieg. Kurz darauf erreichte die Einsatzkräfte ein Alarm, weil neben der Bahnstrecke in Vaterstetten/Baldham eine Lärmschutzwand brannte. Die Löscharbeiten gestalteten sich an beiden Einsatzorten schwierig.

Im Fall des Waldbrands zwischen Waldperlach und Putzbrunn ermittelt die Polizei ergebnisoffen nach der Ursache. Im Fall des Feuers an der Lärmschutzwand geht das Polizeipräsidium Oberbayern Nord aktuell von einem Funkenschlag eines Schnellzugs als Ursache aus. Die Ermittlungen leitet dort die Bundespolizei. Die Lärmschutzwand brannte laut Feuerwehr schon mal 2009 und 2012. Eine Erklärung könnte sein, dass die Holzkonstruktion innen mit Stroh gefüllt ist.

Dennoch hat der Kommandant der Grasbrunner Feuerwehr, Johannes Bußjäger, beim Einsatz in Baldham an den Feuerteufel gedacht, der ihn und seine Leute in den vergangenen Jahren oft beschäftigt hat. Die Wand stand auf 30 Meter Länge in Flammen. "Das fängt nicht von alleine zu brennen an", sagt Bußjäger. Der Einsatz war kompliziert, weil erst der Zugverkehr unterbrochen und die Bahnstrecke stromfrei gelegt werden musste. Auch konnte nur von einer Seite gelöscht werden. Die Grasbrunner wurden wegen dieser Erschwernisse nachträglich zur Unterstützung hinzugerufen.

Im Fall von Waldperlach wurden auch geländegängige Löschfahrzeuge angefordert, um das schwer zugängliche Gebiet zu erreichen. Die Flughelferstaffel mit Außenlastbehältern und ein Hubschrauber wurden laut Mitteilung der Berufsfeuerwehr München in Bereitschaft versetzt. Aber letztere mussten nicht mehr eingreifen. Die Polizei sperrte das Areal ab, um Spaziergänger und Passanten aus der Gefahrenzone zu halten. Nach gut eineinhalb Stunden war das Feuer unter Kontrolle.

Auf 15 000 Quadratmetern Fläche wurden im Bereich der Josefskapelle Bäume und Vegetation zerstört. Etwa 75 Einsatzkräfte der Feuerwehr München waren an Ort und Stelle, auch um Glutnestern nachzuspüren. Der Sachschaden wird auf mehrere hundert Euro geschätzt. In unmittelbarer Nähe am Friedrich-Panzer-Weg hatte der unbekannte Feuerteufel zuletzt Ostern 2019 zugeschlagen.

In Grasbrunn stand damals kurz darauf noch ein 900 Meter großes Waldstück in Flammen. Der Grasbrunner Feuerwehrkommandant Bußjäger hat das alles noch vor Augen. Er hoffe nicht, dass der unbekannte Brandstifter wieder losgeschlagen habe, sagte er am Mittwoch. "Ich brauche ihn nicht." Etwa 30 Brände sollen auf dessen Konto gehen.

Der Brand der Lärmschutzwand führte zu großen Behinderungen im Bahnverkehr. Züge aus München mussten vorzeitig in Haar wenden. Aus Ebersberg kommend fuhren sie bis Zorneding. Zwischen Haar und Zorneding war ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.

© SZ vom 29.04.2021 / belo, moo
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