Meldepflichtige KrankheitZwei Personen im Landkreis München mit Hasenpest infiziert

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Die sogenannte Hasenpest kann sich von erkrankten oder toten Feldhasen auf den Menschen übertragen. Doch auch durch Zeckenbisse kann man sich infizieren, wie nun zwei Personen im Landkreis München.
Die sogenannte Hasenpest kann sich von erkrankten oder toten Feldhasen auf den Menschen übertragen. Doch auch durch Zeckenbisse kann man sich infizieren, wie nun zwei Personen im Landkreis München. Patrick Pleul/dpa

Vermutlich wurde die Nagetierkrankheit durch Zecken übertragen. Das Münchner Landratsamt mahnt zur Vorsicht.

Zwei Personen haben sich im Landkreis München mit Tularämie, auch bekannt als Hasenpest oder Lemmingfieber, angesteckt. Die bakterielle Infektion tritt vor allem bei Nagetieren auf, in seltenen Fällen können sich auch Menschen anstecken. Gegen die Krankheit helfen Antibiotika, auch die beiden Infizierten sind laut Münchner Landratsamt bereits wieder auf dem Weg der Besserung.

Die beiden Betroffenen aus dem nördlichen Landkreis hatten wohl keinen direkten Kontakt zu Wildtieren, etwa Feldhasen. Dass die Krankheit bei Nagern in der Region auftritt, war erst im April bestätigt worden. Bei mehreren Tieren im Gemeindegebiet Ismaning sowie im Landkreis Freising wurde die Hasenpest nachgewiesen. Bei einer der nun erkrankten Personen konnte laut Landratsamt ein Zeckenbiss als Ursache ausgemacht werden, bei der anderen gehe man ebenfalls von diesem Infektionsweg aus.

Neben dem Kontakt mit infizierten Nagern und Stichen oder Bissen bestimmter Insekten oder Zecken, kann auch das Einatmen kontaminierter Partikel – etwa beim Arbeiten im Garten – zu einer Tularämie bei Menschen führen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nach aktuellem Stand der Forschung aber nicht möglich.

Fieber und Mattigkeit

Zu den ersten Symptomen zählen Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Mattigkeit sowie lokale Entzündungen und Schwellung der Lymphknoten. Personen mit grippeähnlichen Symptomen und möglichem Kontakt zu Wildtieren oder nach dem Biss einer Zecke sollten medizinischen Rat einholen. Tularämie kann durch die Gabe von Antibiotika geheilt werden – aber nur, wenn sie rechtzeitig erkannt und behandelt wird, ansonsten kann die Hasenpest für Menschen lebensbedrohlich werden. Allerdings ist die Tularämie bei Menschen eher selten, laut Landratsamt habe es bayernweit im Jahr 2024 gerade einmal 71 Fälle der meldepflichtigen Krankheit gegeben.

Trotzdem empfiehlt die Behörde bestimmte Vorsichtsmaßnahmen, wie bei direktem Kontakt mit Wildtieren Schutzkleidung und Handschuhe zu tragen, tote Hasen oder Kaninchen keinesfalls zu berühren oder gar einzusammeln sowie Wildfleisch stets vollständig durchzugaren. Nach der Gartenarbeit sollte man die Hände gründlich waschen sowie sich vor Zecken und stechenden Insekten mit entsprechenden Mitteln oder langer Kleidung schützen.

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