Es gibt kaum einen Platz hierzulande, an dem sich die Bauhausformel „Weniger ist mehr“ und die substanzielle Formschönheit des Minimalismus eindeutiger entfaltet als am Unterleib des liebsten deutschen Statussymbols: Ein Auto, dessen Nummernschild nur ein Buchstabe vor dem Strich ziert, weist den Fahrer als Lenker von Welt aus, er empfindet gegenüber Menschen, die zwei oder gar drei Buchstaben auf ihrem Kfz-Kennzeichen spazieren fahren, ein urbanes Überlegenheitsgefühl. Haha, sagen da vielleicht die Hamburger, aber die Hansestadt-Nummernschilder sind eine Ausnahme, die auch für die HB-Männchen und -Frauchen aus Bremen gilt.
Neues AutokennzeichenMia san MU
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Ein neues Nummernschild mit zwei Buchstaben soll im Landkreis München identitätsstiftende Funktion haben. Ob das wohl funktioniert?
Kolumne von Udo Watter
