Der Weg für ein offizielles Netz von Mountainbike-Routen ist geebnet, bei der Umsetzung der Isartrails darf der mit dem Projekt betraute Alpenverein nun ein paar Gänge höher schalten. Wie die DAV-Sektion München, unter deren Trägerschaft die Strecken im naturschutzfachlich sensiblen Isartal realisiert werden sollen, in einer Pressemitteilung erklärt, sind jüngst wichtige Meilensteine erreicht worden, sodass 2026 zum „Jahr der Umsetzung“ werde.
Zu den Meilensteinen gehören intensive planerische Vorbereitungen und mit Grundstückseignern entlang der Strecke geschlossene Vereinbarungen. Zudem war die Zusage der Förderung durch das bayerische Umweltministerium, die einen Rückbau der bisherigen wilden Trails beinhaltet, ein wesentlicher Faktor: „Nur so können wir nun in die Finalisierung der Planung einsteigen und ab 2026 mit den entsprechenden Bauarbeiten und Renaturierungen starten“, erklärt Bea Draese, Projektleiterin Isartrails bei der DAV-Sektion München.
Das Konzept sieht eine Lenkung der Mountainbiker in dem reizvollen, aber aufgrund seiner Popularität gefährdeten Naturbereich vor den Toren Münchens vor: auf festgelegten, verträglichen Routen, die an beiden Ufern der Isar zwischen München und Schäftlarn rund 78 Kilometer Gesamtstrecke umfassen sollen. Der Baubeginn ist für 2026 vorgesehen. „Die Routenplanung ist seit Ende Oktober abgeschlossen, die anschließende naturschutzrechtliche Überprüfung soll bis spätestens Ende Januar 2026 erfolgt sein“, so Draese. Grundintention ist es, die Konfliktsituationen zwischen Fußgängern und Radfahrern sowie zwischen Naturschutz und Naherholung zu entschärfen. Das in ein entsprechendes Routennetz umgesetzte Lenkungskonzept soll mit den Zielen des Naturschutzes in dem Gebiet vereinbar, die Routenführung gut markiert sein.

Das Isartal südlich von München ist ein bedeutender Lebensraum für Pflanzen und Tiere, aber eben auch urbaner Erholungsraum und populäre Spielwiese für Freizeitsportler. Nachdem sich über viele Jahre in der oft emotional debattierten Thematik wenig Konkretes getan hat und ambitionierte Pläne wieder ad acta gelegt worden sind, ist die aktuelle Entwicklung einer Dynamik geschuldet, die in diesem Jahr richtig Fahrt aufnahm: Ende April wurden zwischen Landeshauptstadt München, Landkreis München und der Sektion München des DAV Verträge unterzeichnet, die die geplante Umsetzung bis zum Jahr 2032 sichern.
Die Sektion München, zunächst durchaus kritisch betrachtet von Naturschützern, war vor allem wegen ihrer Erfahrung im Wegebau im Gebirge und alpinen Gelände als Projekt-Träger ausgewählt worden. Dazu kamen jetzt peu à peu die notwendigen Gestattungen von Grundstückseigentümern im Isartal. Die Gemeinden Pullach, Baierbrunn, Schäftlarn, Grünwald und Straßlach-Dingharting stimmten der Planung des Baus und Rückbaus der Trails zu, auch der Isartalverein unterschrieb kürzlich einen Vertrag, der die künftige Nutzung diverser Routen auf vereinseigenem Gelände durch Mountainbiker „gestattet“.
2028 sollen die Isartrails fertig sein
Der Münchner Landrat Christoph Göbel (CSU) freut sich, dass die Hürden in Planung und Finanzierung, die das Projekt so lange verzögert haben, jetzt erst einmal überwunden sind: „So kommen wir unserem Ziel, ein Angebot zu schaffen, das den Bedürfnissen des Mountainbike-Sports ebenso gerecht wird wie den Anforderungen des Naturschutzes im sensiblen Isartal, endlich ein großes Stück näher“, wird er in der Pressemitteilung des DAV zitiert. Der nächste Schritt wird im zweiten Quartal 2026 die Ausschreibung der Baumaßnahmen sein. Der Start der Arbeiten ist für Herbst 2026 geplant, der Bau der Trails soll voraussichtlich 2028 fertiggestellt werden, danach steht die Instandhaltung des Wegenetzes und Optimierung des Streckenkonzepts im Fokus.
Aktuelle Informationen und künftige Entwicklungen gibt es auf einer vom DAV eingerichteten Website unter www.isartrails-muenchen.de.

