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Rettungseinsatz wegen Bootfahrern:Mehr Respekt vor der Isar

Der Wildfluss Isar führt momentan Hochwasser.

Der Wildfluss Isar führt momentan Hochwasser.

(Foto: imago images/Philippe Ruiz)

Nachts bei Hochwasser auf den Fluss? Das ist unverantwortlich - nicht nur sich selbst, sondern auch den Einsatzkräften gegenüber. Und oft genug spiegelt sich dieser Egoismus auch gegenüber der Isar wider.

Kommentar von Martin Mühlfenzl

Auf den ersten Blick beschaulich schlängelt sich die Isar bei Grünwald und Pullach durch das nach ihr benannte Tal. Der Fluss und die Kiesbänke gehören zu den beliebtesten Fotomotiven im Landkreis, Tausende Ausflügler zieht es im Sommer hierher. Bei diesem Anblick mag manch einer vergessen, dass die Isar kein stehendes Gewässer ist, sondern ein Wildfluss, der viele gefährliche Stellen aufweist, natürliche und künstliche. Wer die Schönheit der Isar genießen will, sollte also Vorsicht walten lasse - wenn ihm sein Leben lieb ist.

Im Dunkel der Nacht und bei Hochwasser ins Schlauchboot zu steigen, ist gelinde gesagt, eine saublöde Idee. Das eigene Leben zu gefährden, ist die eine Sache, das von Dutzenden Einsatzkräften aufs Spiel zu setzen, ist aber mehr als eine Dummheit, es ist egoistisch, unverantwortlich und grob fahrlässig. Und dieser Egoismus spiegelt sich allzu oft auch gegenüber der Isar wider.

Die allermeisten begegnen dem Fluss mit Respekt, halten sich an geltende Bestimmungen - darunter Schlauchbootfahrer, Mountainbiker, Kanuten, Spaziergänger. Einige wenige aber drohen mit ihrem Verhalten nicht nur dem Fluss zu schaden, mit Müll, den sie zurücklassen, indem sie Kiesbänke betreten, abseits von Trails fahren - sie gefährden damit auch die Zukunft der Isar als Freizeit- und Erholungsraum für alle.

Dieser sensible Lebensraum Isar muss geschützt werden. Der Landkreis hat mit seiner Bootsverordnung Anfang des Jahres und der Ausweisung von Isartrails Zeichen gesetzt und dem ausufernden Overtourismus einen Riegel vorgeschoben. Wenn das nicht reicht, weil einige Unverantwortliche sich nicht an Regeln halten, werden weitere Schritte folgen müssen. Dann muss der Fluss ein- und müssen die Ausflügler ausgesperrt werden.

© SZ vom 11.08.2020

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