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Nach Kerosin-Unfall:Entwarnung an der Isar

Das Wasser in der Isar, hier ein Flussabschnitt bei Garching, nimmt durch den Unfall auf dem TU-Gelände offenbar keinen Schaden.

Etwa 5000 Liter Kerosin waren auf dem Forschungscampus in Garching aus einem Tank ausgelaufen. Laut Experten kann das kontaminierte Grundwasser aber abgepumpt und gereinigt werden.

Von Irmengard Gnau

Nach dem Auslaufen von etwa 5000 Litern Kerosin auf dem Forschungsgelände der TU in Garching kommen die Beteiligten wohl mit einem blauen Auge davon. Wie Experten des Wasserwirtschaftsamts München am Donnerstag feststellten, ist der umweltgefährdende Treibstoff zwar ins Grundwasser gelangt, konnte sich dort bislang aber noch nicht allzu weit ausbreiten. Mit Hilfe von Brunnenbohrungen kann das kontaminierte Wasser voraussichtlich abgepumpt und gereinigt werden. Wer die Kosten für das Verfahren - nach Schätzung des Wasserwirtschaftsamts eine hohe fünfstellige Summe - zu tragen hat, wird noch ermittelt.

Etwa 5000 Liter Kerosin waren in einem Nebengebäude auf dem Forschungscampus aus einem Tank ausgelaufen und unter anderem durch einen Schacht in das umliegende Erdreich gelangt, wo sie versickerten. Ein Mitarbeiter der TU hatte das ausgelaufene Kerosin am vergangenen Montag bemerkt. Das Leck wurde geschlossen, am Dienstag informierte die TU Landratsamt und Polizei. Für Anwohner besteht keine akute Gefahr, nach Auskunft des Wasserwirtschaftsamts wird das Grundwasser unterhalb des Forschungscampus nicht zur Trinkwassergewinnung genutzt. Die Stadt Garching bezieht ihr Trinkwasser von den Stadtwerken München.

Die Grünen-Landtagsabgeordneten Claudia Köhler und Markus Büchler aus dem Landkreis München kündigten an, im Landtag eine Anfrage zu den Vorgängen zu stellen. "Wir verlangen schnelle Prüfung und vollständige Aufklärung. Es geht schließlich um unser Wasser und unsere Isar", sagt Köhler. Befürchtungen, kontaminiertes Grundwasser könne direkt in die Isar fließen, entkräftete der Leiter des Wasserwirtschaftsamts München, Christian Leeb, da das Grundwasser unterhalb des Campus nur mit geringer Geschwindigkeit nach Norden fließt. Wie Sondierungsbohrungen ergaben, hatte sich das Kerosin im Grundwasser bis Donnerstag Leeb zufolge lediglich 25 bis 30 Meter nach Norden und etwa zehn Meter nach Ost und West ausgebreitet.

Nun sollen rasch ein bis zwei Brunnen gebohrt werden, über die das kontaminierte Grundwasser abgesaugt und gereinigt wird. Mit größeren Langzeitfolgen für die Umwelt rechnet Leeb nicht. Die Kriminalpolizei München ermittelt weiterhin, warum das Kerosin austreten konnte. Ende Juni hatte eine Firma im Auftrag des staatlichen Bauamts die Pumpanlage an dem Kerosintank erneuert. Laut Kripo trat das Kerosin unmittelbar an der Pumpanlage aus. Ob dort ein technischer Defekt oder etwa ein Fehler bei der Installation vorliegt, wird noch untersucht.

Kritisch hinterfragen wollen die Grünen auch, warum die Meldung der Universität an das Landratsamt erst am Dienstag gegen Mittag erging, nachdem der Schaden am Montag festgestellt worden war. Dieser Frage wolle man natürlich ganz genau nachgehen, sagte ein TU-Sprecher. Zunächst liege der Fokus aber darauf, Schäden durch den Kerosinaustritt möglichst gering zu halten.

© SZ vom 23.07.2021/lb/amm
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