Messe Riem:Wo Robbie und Helene kostenlos zu hören sind - leider

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Messe Riem: Servus! Tausende Fans freuen sich auf das Konzert von Helene Fischer in München - schlagerunbegeisterte Feldkirchener eher weniger.

Servus! Tausende Fans freuen sich auf das Konzert von Helene Fischer in München - schlagerunbegeisterte Feldkirchener eher weniger.

(Foto: Jan Woitas/dpa)

Die Großkonzerte in Riem sind in Feldkirchen gut zu vernehmen. Das gefällt nicht jedem. Dabei könnte man sicher gutes Geld damit verdienen.

Glosse von Anna-Maria Salmen

Der gekühlte Weißwein plätschert ins Glas, aus dem Nachbargarten dringt das Geräusch von brutzelndem Grillfleisch herüber - laue Sommerabende auf der Terrasse haben oft eine entspannende Wirkung. Doch plötzlich durchbrechen ungewohnte Klänge die beschauliche Vorortidylle in Feldkirchen: "I sing a Liad für di", schallt es in breitem österreichischem Dialekt durch die Abendluft - so lautstark, als käme die Musik vom Spielplatz um die Ecke. Gibt der Volks-Rock'n'Roller, wie der steirische Musiker Andreas Gabalier sich selbst nennt, dort etwa ein exklusives Konzert in intimer Atmosphäre? Gerade in Pandemiezeiten sind solche Events mit überschaubarem Publikum ja groß in Mode gekommen.

Die Realität entpuppt sich als deutlich weniger gemütlich: Eine nächtliche Radltour offenbart, dass der Schall doch vom einige Kilometer entfernten Messegelände kommt, wo gut 90 000 in Tracht gewandete Fans in seliger Schunkelstimmung schwelgen. Laut Gabalier ist das eine "Größendimension, die man noch nicht gesehen hat" - die soll aber schon bald übertroffen werden: Diesen Samstag tritt Schlagerkönigin Helene Fischer vor die Mengen in der Messestadt, eine Woche später hat sich der britische Popstar Robbie Williams angekündigt - beide wollen die Marke von hunderttausend Besuchern knacken.

Ruhiger wird es in Feldkirchen an den kommenden Wochenenden also wohl nicht. Nun mag man sich als Vorortbewohner im ersten Moment ärgern über aufgezwungenes Hulapalu-Gejodel und Atemlos-Ekstase.

Dann aber ist doch der Geschäftssinn geweckt - immerhin kosten die begehrten Tickets für die Open-Air-Veranstaltungen bis zu mehreren Hundert Euro. Wieso also nicht Karten für den eigenen Garten verkaufen, in dem ohnehin jedes Wort der Liedtexte deutlich zu hören ist? 100 000 Zuhörer würden dort zwar nicht Platz finden, ein schönes Sümmchen könnte sich trotzdem ergeben. Oder man verlangt Parkplatzgebühren in den Straßen der Nachbarschaft: Beim Gabalier-Konzert waren die nämlich voll mit Gefährten aus ganz Deutschland, von Rosenheim über Frankfurt bis nach Berlin. Wer nicht mit dem Auto anreiste, wanderte zum Beispiel vom Feldkirchner Bahnhof aus zu Fuß zum Messegelände. Auch hier lässt sich sicher Profit machen: Die vorbeipilgernden Massen könnte man doch am Straßenrand mit Bier und Snacks versorgen.

Mit all dem so gewonnenen Geld lassen sich dann auch locker Ohrstöpsel kaufen, um selbst nicht allzu viel von der Gaudi-Musik ertragen zu müssen.

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