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Oberschleißheim:Probleme auf der Verkehrsader

Die Brücke über den S-Bahnhof Oberschleißheim ist ein Sanierungsfall.

(Foto: Catherina Hess)

Die Mittenheimer Brücke wird für die Sanierung mit Unterbrechungen insgesamt eineinhalb Jahre komplett gesperrt. Der Rettungsdienst soll aber immer durchkommen.

Für zwei Jahre wird eine der zentralen Verkehrsadern durch Oberschleißheim stark beeinträchtigt sein. Die Brücke der Mittenheimer Straße über den S-Bahnhof wird von Juni an saniert. Die Pläne für das Projekt sehen vor, dass die Brücke bis zum voraussichtlichen Abschluss im August 2022 mit Ausnahme der Wintermonate Januar, Februar und März komplett gesperrt wird. Der Rettungsdienst soll die Brücke aber in Notfällen stets passieren können.

An der Anfang der Siebzigerjahre errichteten Brücke gibt es mittlerweile starke Schäden am Stahlgerüst in den Betonpfeilern, die allmählich zur Beeinträchtigung der Statik führen werden. Die Betonoberflächen weisen Abplatzungen und Hohlstellen auf, die Fugen sind größtenteils schadhaft. Der Gemeinderat hatte zunächst eine nachhaltige Optimierung mit komplett neuem Fahrbahnaufbau für geschätzte Kosten von 2,8 Millionen Euro beschlossen. Bereits damals war die Bauzeit auf etwa zwei Jahre taxiert worden.

Zwischenzeitlich war dann eine andere Planung diskutiert worden, bei der die Arbeiten länger dauern sollten und die Brücke jeweils nur in eine Richtung gesperrt worden wäre. Das wurde nach Angaben der Gemeinde aber wieder verworfen, vor allem weil nicht geklärt war, wie Polizei, Feuerwehr und Rotes Kreuz, allesamt südlich der Brücke angesiedelt, in das nördliche Gemeindegebiet gelangen sollen, wenn im Extremfall die Bahnschranke als Alternativstrecke geschlossen ist und der Verkehr auf der Brücke in Gegenrichtung fließt.

Deshalb wurde nun doch die Vollsperrung beschlossen, die netto etwa eineinhalb Jahre dauern soll. Während der Bauphasen muss der motorisierte Individualverkehr innerorts über die Feierabendstraße sowie die Dachauer und Freisinger Straße ausweichen. Die MVV-Regionalbuslinie 292 wird ebenfalls über die Feierabendstraße sowie die Dachauer Straße umgeleitet. Die Gemeinde hofft nach Angaben einer Sprecherin, dass viele Oberschleißheimer aufs Fahrrad umsteigen, mit dem sie die Unterführung passieren können.

Detailuntersuchungen haben ergeben, dass die Brücke nicht aufgebessert werden muss, damit Lastwagen sie befahren können. Vor dieser Analyse hieß es, dass die Brücke für etwa die doppelten Kosten auch noch ertüchtigt werden müsse, um den Schwerlastverkehr zu ermöglichen - den Oberschleißheim eigentlich aus dem Ort heraushalten will. Die Frage einer Tonnagebeschränkung soll nun auf dem Wege von Abwägung und Anordnung entschieden werden. Die baulichen Voraussetzungen sollen laut Planung nach der Sanierung wieder für jede gewünschte Verkehrsbelastung gegeben sein. Das Rathaus strebt eine Beschränkung auf 7,5 Tonnen an. Das Landratsamt als Anordnungsbehörde habe signalisiert, dass dies bei entsprechender Begründung nicht ausgeschlossen sei, heißt es.