Mitten in Taufkirchen Von der Wippe bis zur Bahre

Weil die Taufkirchner immer älter werden will die CSU Spielplätze auch für Senioren nutzbar machen

Von Julia Weller

Taufkirchen wird älter. Das Bayerische Landesamt für Statistik rechnet für 2029 mit einem Durchschnittsalter von 46,8 Jahren, das sind rund zweieinhalb Jahre mehr als noch 2009. Die Gruppe der über 65-Jährigen soll in diesen 20 Jahren um zehn Prozent wachsen, die der Kinder hingegen schrumpft. Und die CSU? Die will Spielplätze ausbauen.

"Multifunktional" nennt Herbert Heigl vom CSU-Ortsverband das Konzept, wonach Spiel- und Sportgeräte für Erwachsene und Rentner aufgestellt werden sollen. "Ein ganz neuer Trend" sei das, und eine angemessene Reaktion auf das zunehmende Alter der Bürger. Multifunktionalität kennt man ja sonst eher von Gemüseschälern und Sportunterwäsche. Doch auch Freizeitgeräte sind in ihren Nutzungsmöglichkeiten geradezu unbegrenzt: Wo heute noch Kleinkinder planschen, da können Rentner morgen Wassertreten. An Turnstangen und Kletterwänden verrichten motivierte Manager ihren Morgensport, Balancebalken und Schach-Ecken lassen sich rollatorgerecht ausbauen. Die wenigen verbleibenden Kinder können sich darüber freuen, dass ihre Spielplätze nicht dem Verfall überlassen werden. Zur Diskussionsrunde, die die CSU am 7. September zum Thema angesetzt hat, können die Kleinen allerdings kaum kommen, obwohl sie herzlich eingeladen wurden: Die beginnt erst um halb acht Uhr abends.

Runter von den Rollatoren, rauf auf die Rutschen! Die Spielplatzinitiative der CSU in Taufkirchen ist das perfekte Pendant zur neuen Verjüngungsreform der Schwesterpartei CDU. Ertüchtigungsorte für Rentner halten Mitglieder fit und lassen Pflegekosten sinken. Von der Wippe weg lassen sich gleich neue Mitglieder für die Junge Union anwerben. Und die CSU kann in der schattigen Spielecke ihre Klausurtagung abhalten. Ist bestimmt billiger als Wildbad Kreuth.