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Meine Woche:Wasserscheue Seepferdchen

Roland Oppenheimer

Roland Oppenheimer.

(Foto: Privat)

Roland Oppenheimer gibt seit Monaten den ersten Schwimmkurs

Von Claudia Wessel, Grünwald

Die sechs kleinen Schwimmschüler, die am Dienstag in den Seepferchenkurs von Roland Oppenheimer im Grünwalder Bad kommen, sollten laut Konzept eigentlich schon erste Erfahrungen mit Wasser gemacht haben. In dem Kurs geht es eigentlich darum, die ersten Schwimmbewegungen zu erlernen, zuerst auf dem Bauch, dann auf dem Rücken, erst mit Schwimmnudel, dann ohne. Und zum Schluss soll es möglich sein, eine 25-Meter-Bahn zu schwimmen, ins Wasser zu springen und nach einem Ring aus schulterhohem Wasser zu tauchen - die Voraussetzungen für das Frühschwimmer-Abzeichen mit dem Seepferdchen.

Bei dem Kurs aber, der am Dienstag beginnt, könnte es durchaus anders aussehen. Denn die meist Fünf- bis Sechsjährigen waren seit mindestens sieben Monaten nicht mehr im Bad. Auch für Oppenheimer ist es der erste Unterricht seit der Corona-Schließung. Schon in den ersten Tagen nach der Wiedereröffnung des Bades hat Roland Oppenheimer oft von Eltern gehört: "Eigentlich hat mein Kind ja schon einen Schwimmkurs gemacht, aber es hat alles vergessen." Kinder lernen eben schnell, aber sie verlernen auch schnell. Was heißt schnell - sieben Monate im Leben eines Kindes sind eine kleine Ewigkeit. Der Lockdown hat möglicherweise viele zurückgeworfen.

Daher rechnet Oppenheimer durchaus damit, dass er bei manchen der kleinen Schüler auch aufs Anfängerlehrbuch zurückgreifen muss. Wassergewöhnung zum Beispiel ist etwas, das im allerersten Kurs dazu gehört. Allein schon unter der Dusche einen nassen Kopf zu bekommen, kostet viele Kinder große Überwindung. Erst recht scheuen viele, diesen im Becken unterzutauchen. Oberstes Prinzip für Oppenheimer und die beiden Azubis, die ihm helfen werden, ist aber auf jeden Fall Geduld. "Bei uns wird niemand einfach ins Wasser geschubst", versichert er. Wenn ein Kind Angst habe, bekomme es besondere Zuwendung.

"Allzu hohe Ansprüche sind immer schlecht", sagt Oppenheimer auch an die Adresse der Eltern. Deshalb möchte er auch betonen, dass ein Kind im Seepferdchenkurs nicht das Schwimmen erlernt. "Es ist ein Motivationskurs", erklärt Oppenheimer. Zuerst einmal geht es im Planschbecken los. "Da legen wir uns gemütlich rein und stellen uns gegenseitig vor", sagt Oppenheimer.

Der eigentliche Unterricht findet dann im Außenbecken statt, dessen Vorteil die angenehme Wassertemperatur von derzeit etwa 33,5 Grad ist. In dem Becken gibt es außerdem Sprudelliegen, die vielen Spaß machen. Vom Beckenrand bis zur Sprudelliege zu schwimmen wird einer der ersten Erfolge sein. Erst mal mit, dann vielleicht ohne Schwimmnudel, wer weiß. Roland Oppenheimer und sein Team sind gespannt.

© SZ vom 07.06.2021
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