bedeckt München

Meine Woche:Vom Landratsamt an die Schanze

Franziska Herr Sprecherin Landratsamt München

Franziska Herr.

(Foto: privat)

Franziska Herr hilft bei der Ski-WM in Oberstdorf im Pressezentrum mit

Von Stefan Galler, Ottobrunn

Schon als Kind ist sie mit ihrem Vater nach Oberstdorf gefahren: Skispringen schauen, ihre Helden Martin Schmitt und Sven Hannawald unterstützen, die Euphorie der Zuschauer spüren und die Faszination und Dynamik des Sports erleben, all das hat Franziska Herr zu einem echten Wintersport-Fan gemacht. Und deshalb hat sich die Ottobrunnerin, die in der Pressestelle des Landratsamtes arbeitet, auch diesmal wieder um einen Job als Volunteer bei der Nordischen Ski-WM beworben, wie schon 2005, als die Titelkämpfe ebenfalls in Oberstdorf stattfanden. "Das waren damals zwei geniale Wochen, deshalb wollte ich erneut dabei sein", sagt Herr.

Weil sie in ihrem eigentlichen Job sozusagen ein Profi ist in Sachen Öffentlichkeitsarbeit ist und dies im Fragebogen angegeben hatte, wurde sie diesmal dem Pressezentrum zugeordnet - und zwar dem Main Press Center, die Skisprung- und Langlaufanlagen haben jeweils noch eigene Anlaufpunkte für Journalisten. Und während Franziska Herr 2005 noch im Eventbereich mithalf, die Rückgabe von Fundsachen organisierte oder Athleten zur Siegerehrung chauffierte, hat sie es diesmal mit Reportern aus aller Herren Länder zu tun. "Das ist ein buntes Durcheinander aus vielen unterschiedlichen Sprachen", erzählt sie. "Aber alles ist deutlich professioneller als damals und ich gewinne auch Einblicke in die Pressearbeit, die ich bisher noch nicht hatte." Zuständig ist die Ottobrunnerin beispielsweise für die Vergabe von Akkreditierungen, für das Beschaffen von Startlisten und Ergebnissen, aber auch für das Lösen von technischen Problemen, die Journalisten plagen.

Gewöhnungsbedürftig sei eine Ski-WM ohne Fans selbstverständlich schon, sie genieße dafür das Miteinander innerhalb der Helferlein umso mehr: "Alle duzen einander, man begegnet sich mit einem Lächeln." Damit die Veranstaltung nicht trotz der überschaubaren Zahl an Mitwirkenden zum Superspreader-Event wird, stehen alle zwei Tage Antigentests an, alle sechs Tage PCR-Tests. Dass sie während ihrer Acht-Stunden-Schichten durchgehend Maske tragen muss, stört sie nicht: "Das merkt man irgendwann gar nicht mehr."

Und so hofft Franziska Herr, dass sie in der nun startenden zweiten Woche Gelegenheit bekommt, den ein oder anderen Wettkampf live zu verfolgen. Quasi als Aufwandsentschädigung, denn finanziell entlohnt wird sie nicht: "Das geht alles auf Urlaub und ich musste natürlich auch im Landratsamt frühzeitig klären, dass ich das machen kann. Aber meine Kolleginnen und Kollegen fanden es recht spannend, glaube ich", sagt sie.

© SZ vom 01.03.2021
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema