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Meine Woche:Musik ist wie Sport

Für die Pianistin und Musiklehrerin Vanessa Lenhard ist die Musik eine Leidenschaft und ein wichtiger Teil ihres Lebens.

(Foto: Privat)

Klavierlehrerin Vanessa Lenhard achtet beim Üben auf Gesundheit

Von Annika Bingger, Sauerlach

Sie ist mit der Musik groß geworden. Für die Pianistin und Musiklehrerin Vanessa Lenhard aus Sauerlach ist die Musik eine Leidenschaft und ein wichtiger Teil ihres Lebens. "Als ich mich mit 18 entschied, Musikwissenschaften zu studieren und intensiv mehrere Stunden täglich am Piano zu üben, bemerkte ich relativ schnell, dass das Klavierspielen nicht nur etwas mit den Fingern und dem Kopf zu tun hat, sondern der ganze Körper dabei arbeitet", sagt Lenhard. Musizieren bedeute also nicht nur, ein Instrument spielen zu können. Physiologische, emotionale und kognitive Fähigkeiten würden gleichermaßen beansprucht. Aus diesem Grund nahm die Klavierlehrerin im vergangenen Jahr an einer Mentorenausbildung der Stiftung Internationale Musikschulakademie auf Schloss Kapfenburg teil. Davon profitiert auch die Musikschule in Sauerlach: Mit einem Festakt am Samstag, 4. Juli, feiert sie ihre Zertifizierung zur "gesunden Musikschule" - als erste im Raum München.

Bereits in ihrem Musikstudium hat sich Lenhard mit dem gesundheitlichen Aspekt in der Musikszene befasst. Die Pianistin sieht eindeutige Parallelen zwischen Spitzensportlern und professionellen Musikern. "Genauso wie sich ein Sportler mental wie auch körperlich auf einen Wettkampf vorbereiten muss und dadurch den Stress reduziert, können wir Musiker das auch", sagt die Pianistin. Im Musikunterricht der Schule steht daher fortan die Gesundheit der Schüler und Lehrer im Vordergrund. "Im Unterricht zeige ich den Schülern Entspannungsmethoden und gezielte Übungen, um möglichst gesund zu musizieren." Durch ihre Ausbildung zur Mentorin kann Lenhard ihr Wissen an Kolleginnen und Kollegen weitergeben. So kann das Konzept des gesunden Musizierens von der ganzen Schule umgesetzt werden.

"Ich persönlich beobachte meine Schüler beim Musizieren und sehe, wie sie spielen und sich im Raum bewegen. Stimmt etwas nicht, kann ich dazu natürlich keine konkrete medizinische Meinung wie Orthopäden oder Physiotherapeuten abgeben", sagt die Klavierlehrerin. "In der Ausbildung wurden mir aber die wichtigsten Grundlagen vermittelt, um bei einfachen Dingen zu helfen." Vor vielen Jahren habe sie selbst viele Konzerte gegeben. Heute lässt sich das mit ihrem Familienleben nicht mehr so gut vereinbaren. "Den Spaß an der Musik meinen Kindern und all meinen Schülern mitzugeben, ist meine Art und Weise, die Musik in meinem Leben weiterhin präsent zu halten." Durch die Fortbildung und die Zertifizierung der Musikschule möchte Lenhard aber vor allem auf die Bedeutung der Gesundheit beim Musizieren aufmerksam machen. Zukünftig sind auch freiwillige Workshops für Schüler und Lehrer geplant. Sie sollen lernen, achtsamer mit sich und ihrem Körper umzugehen.

© SZ vom 29.06.2020

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