Meine Woche:Gefeiert wird aus Dankbarkeit

Meine Woche: Husein Durmic.

Husein Durmic.

(Foto: Catherina Hess)

Am Montagabend beginnt das islamische Opferfest

Von Angela Boschert, Ottobrunn

In dieser Woche feiern die Muslime "Kurban Bayram", das Opferfest. Es findet von diesem Montagabend, 19. Juli, bis Freitag, 23. Juli, statt und ist zusammen mit dem Zuckerfest am Ende des Fastenmonats Ramadan eine der wichtigsten Feierlichkeiten im muslimischen Jahreskreis, ähnlich Ostern und Weihnachten bei den Christen. Aus diesem Anlass veranstaltet auch der Deutsch-Islamische-Kulturkreis Ottobrunn (DIKO) am Samstag, 24. Juli, ein Familien-Grillfest.

Vorsitzender Husein Durmic wird aber schon die ganze Woche für sich und seine Familie besonders gestalten. Sie kommen nach Feierabend in der geschmückten Wohnung zusammen, beten und feiern. Eine Playlist mit passenden religiösen Liedern hat er bereits zusammengestellt. Am Dienstagmorgen wird Durmic zum großen Dankgebet in eine Münchner Moschee gehen und dann den islamischen Teil des Ottobrunner Friedhofs besuchen, um an Freunde und einige Meter weiter an einen christlichen Nachbarn zu denken.

Das alles gehört zum islamischen Opferfest, bei dem des Propheten Ibrahim (Abraham) gedacht wird. Ibrahim war aus Liebe und Vertrauen zu Gott bereit, seinen Sohn zu opfern, wie es in Sure 37 des Korans heißt. Wie auch bei Christen und Juden überliefert, hielt Gott ihn zurück, und Ibrahim opferte aus Dankbarkeit einen Widder. Das Opferfest wird vier Tage lang zum Höhepunkt des Hadsch gefeiert, der großen Wallfahrt der Muslime nach Mekka. Es beginnt am zehnten Tag des letzten Monats im Mondkalender. In muslimischen Ländern folgt auf das große Dankgebet ein Tieropfer, dessen Fleisch zum Teil an Arme gegeben wird. Statt eines Tieres kann man Geld geben an wohltätige Organisationen. So spendet Durmic für Hungernde im Jemen.

"Wichtig ist, dass wir auch etwas tun für ein besseres Miteinander", findet er und freut sich, dass zum Grillfest nicht nur Vereinsmitglieder, sondern auch Gäste anderer Glaubensrichtungen kommen. Sogar eine syrische Familie mit drei Kindern hat sich angemeldet. Sie war schon 2015 dabei, als DIKO Flüchtlingsfamilien und ihre deutschen Paten zu diesem Familienfest eingeladen hatte. Damals war es ein fröhliches Zusammensein, das sich Durmic auch heuer wünscht. Da unter den Muslimen die Angst vor Anfeindungen wachse und "Muslime aus München berichten, wie sie in der U-Bahn geschubst und angepöbelt werden", wie er sagt, nennt er den Veranstaltungsort nicht, damit es am Samstag ein unbeschwertes Fest wird, wegen Corona unter freiem Himmel und mit Abstand.

© SZ vom 19.07.2021
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