Oberschleißheim:Auszeichnung vom Ministerpräsidenten

Gemeinderatssitzung Oberschleißheim

Foto: Florian Peljak

Engagiert auf allen Ebenen: Ehrenzeichen für Brigitte Scholle.

Von Nadja Tausche, Oberschleißheim

Die Urkunde und das Ehrenzeichen, die Brigitte Scholle in dieser Woche überreicht bekommt, will sie in einer Schachtel aufheben. "Die erbt dann mein Enkelkind", sagt sie. Im September ist Scholle Oma geworden und das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten ist schon die dritte Urkunde für ihren ehrenamtlichen Einsatz, die sie ihrem Enkel vermachen kann.

Scholle ist eine von insgesamt 29 Bürgern aus dem Landkreis München, die an diesem Donnerstag für ihr ehrenamtliches Engagement geehrt werden. Auch der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland wird vergeben und die langjährige Mithilfe beim Bayerischen Roten Kreuz geehrt. Landrat Christoph Göbel übergibt die Ehrungen im Landratsamt München. Scholle wird er dabei nicht nur für eine ehrenamtliche Tätigkeit auszeichnen, sondern gleich für mehrere. Sie hat den Verein Luzia Sonnenkinder gegründet, neun Jahre ist das her.

Der Verein vermittelt Kinder mit Behinderung an Therapeuten und bezahlt auch die Therapie. Der Sitz von Luzia Sonnenkinder ist in Oberschleißheim, Scholle hat aber Anfragen aus dem ganzen Landkreis. Zu den Klassikern der Vermittlung gehört die Reittherapie. Denn mit Tieren zu arbeiten helfe Kindern mit Behinderung sehr, sagt Scholle. Sie habe das auch persönlich schon mehrmals miterlebt: "Man sieht ja, was das mit der Zeit bringt", sagt sie. Ein Junge habe überhaupt nicht gesprochen, seit einigen Jahren ist er in der Reittherapie: "Er redet dort wie ein Wasserfall", sagt Scholle.

Scholle ist außerdem Gemeinderätin, Schöffin bei Gericht und seit 20 Jahren SPD-Mitglied. Zudem leitet sie seit 14 Jahren die VdK-Ortsgruppe Oberschleißheim. Der Sozialverband berät und vertritt sozial benachteiligte Menschen. Auch in dieser Position hilft Scholle Menschen mit Behinderung: Zum Beispiel habe sie mal eine Demonstration organisiert, weil der Zugang zur S-Bahn nicht behindertengerecht war. Der Zugang wurde dann umgebaut.

Scholle hilft auch beim Ausfüllen von Anträgen und organisiert Veranstaltungen. Aktuell kümmert sie sich um das Thema Altersarmut. Das sei wichtig: "Die Altersarmut nimmt im Landkreis immer mehr zu", sagt sie. Deshalb hat sie eine Veranstaltung organisiert und Betroffene eingeladen, die dann von ihrer Situation erzählt haben.

Angefangen mit ihrem Engagement hat Scholle als Hospizhelferin in einem Krankenhaus in München. Damals arbeitete sie noch als Postbeamtin. Jetzt ist sie im Ruhestand. Trotz all der Aufgaben hat Scholl nicht mit der Ehrung gerechnet. "Es gibt ja Leute, die sich viel mehr einbringen", sagt sie.

© SZ vom 20.03.2017/sab
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