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Meine Woche:Das perfekte Bild

Sebastian Fieber Neubiberg Meine Woche Landkreis München
(Foto: Privat)

Sebastian Fieber ist Instagrammer und begeisterter Fotograf

Die Sehnsucht nach dem Fremden, Exotischen, Unbekannten. Sebastian Fieber () lebt sie. Online und offline. Und sie hat an die unterschiedlichsten Orte gebracht. Zu den Färöer-Inseln mit ihren einzigartigen Bergformationen und endlosen Weiten, in die Dolomiten, in die Schweiz, nach Schottland, in die USA und immer wieder zurück in die geliebte Region München.

Der Neubiberger ist Instagrammer und fängt mit seiner Kamera die schönsten Momente seiner Reisen ein. Mehr als 14 000 Follower hat er auf Instagram (@bastifbr). Diese Woche zieht es ihn zum nahegelegenen Eibsee - und er erhofft sich nahe der Zugspitze schönste Fotomotive. Er muss schnell sein, sagt der 25-Jährige, um exklusive Bilder liefern zu können. Dabei gilt: "Der Inhalt ist der Schlüssel zum Erfolg." Auch wenn es für ihn nur ein Hobby ist, steckt hinter dem schönen Schein seines Profils jede Menge Arbeit. Zwei Stunden am Tag wendet Fieber auf, um aus etwa 4000 Fotos, die während einer Reise entstehen, eines auszuwählen, es zu bearbeiten und auf Instagram hochzuladen - oder sich mit Gleichgesinnten über neue Ziele auszutauschen. Fieber hat sich mittlerweile ein regionales Netzwerk aufgebaut. Im Landkreis, sagt er, gibt es eine Menge Instagrammer.

Im realen Leben völlig unbekannt, gehören sie in den Social Media Kreisen mit mehreren zehntausend Followern zur Spitzenklasse der Landschaftsfotografie. Bevor es an den Eibsee geht, ist wieder ein Treffen mit Kollegen geplant. Ideen, gemeinsame Projekte, neue Ausflugsziele oder die benötigen Utensilien werden dann vorab besprochen, sodass dem perfekten Bild nichts mehr im Weg steht.

Mit seinen 14 000 Followern gilt Fieber als sogenannter Micro-Influencer - er will sich aber selbst nicht als solchen bezeichnen. Es ist ein Begriff, der in den letzten Monaten immer häufiger in den Medien auftaucht und meist im Zusammenhang mit bezahlten Partnerschaften zwischen Instagrammern und diversen Firmen genannt wird. Doch Fieber würde nie für etwas werben, wohinter er nicht stehen könne. Auch wenn er selbst schon eine Kooperation mit dem lokalen Tourismusverband hatte, Geld verdienen möchte der hauptberufliche Soldat damit auf jeden Fall nicht. Schon seit vielen Jahren ist er begeisterter Fotograf, doch außer Oma und Mama hat die Bilder vorher eben niemand gesehen. In Instagram sah er die Möglichkeit, sein Hobby mit anderen zu teilen, sich inspirieren zu lassen, selbst zu inspirieren und neue Freunde mit ähnlichen Interessen zu finden. Das sei das Schöne an der App und auch für viele der größeren Instagrammer die Motivation. Nicht Geld - sondern ein glitzernder See.