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Meine Woche:Das Gesamtbild im Blick

Rudolf Hierl.

(Foto: Privat)

Stadtplaner Rudolf Hierl leitet den Gestaltungsbeirat in Kirchheim

Von Anna-Maria Salmen, Kirchheim

In einigen Jahren sollen die bislang getrennten Ortsteile Kirchheim und Heimstetten zusammengewachsen sein: Ein mehr als 10 0000 Quadratmeter großer Ortspark soll beide verbinden, ein Rathaus mit Bürgersaal entsteht, auch ein neues Gymnasium wird gebaut. Wie das Ortsentwicklungsprojekt Kirchheim 2030 optisch bestmöglich gestaltet werden kann, darüber diskutieren die Mitglieder des Gestaltungsbeirats in ihren Treffen. Bereits im Januar war das Gremium vom Kirchheimer Gemeinderat gewählt worden, im Februar nahm es seine Arbeit auf. In der Gemeinderatssitzung am kommenden Dienstag stellt der Beirat seine bisherige Arbeit vor.

Stadtplaner und Architekt Rudolf Hierl () ist der Vorsitzende des Gestaltungsbeirats, in dem neben ihm Kirchheims Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU), die Leiterin der Abteilung Planungs- und Bauwesen der Gemeinde, Angela Hartinger-Hirn, sowie die Beraterin für Landschaftsplanung Barbara Weihs vertreten sind. Auch die Bauträger der verschiedenen Gebäude stellen jeweils einen Vertreter. Im Dialog versuchen die Mitglieder laut Hierl, "ein Maximum an Qualität zu erreichen".

Denn für das 486 600 Quadratmeter große Gebiet, auf dem das Projekt Kirchheim 2030 geplant ist, gibt es zwar einen Bebauungsplan; dieser schafft das Baurecht für das Areal und legt fest, welcher Bereich für welchen Zweck vorgesehen ist. Gestalterische Fragen klärt der Bebauungsplan jedoch kaum. Gerade bei der Wohnbebauung, bei der einige Gebäude von unterschiedlichen Bauträgern geplant werden, können unterschiedliche Vorstellungen aufeinander treffen. Diese zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenzufügen, s ist nach Aussage Hierls die Aufgabe des Gestaltungsbeirats.

Passen die Fassaden der verschiedenen Gebäude zusammen? Fügen sich die verwendeten Materialien gut in die Optik ein? Diese Fragen beschäftigen die Mitglieder laut Hierl unter anderem. "Auch auf die Gestaltung der Grünräume legen wir viel Wert", sagt der Stadtplaner. Nachhaltigkeit spiele ebenfalls eine Rolle bei den Überlegungen. "Wir weisen auf Konflikte hin und auf Potenzial, das man entwickeln kann."

Die Mitglieder des Gestaltungsbeirats treffen sich dem 62-Jährigen zufolge je nach Bedarf, zuletzt auch wöchentlich. "Gerade jetzt ist es wichtig, weil natürlich jeder möglichst schnell mit seinen Arbeiten beginnen will", erzählt der Stadtplaner. Bei den Besprechungen werden zunächst die bestehenden Pläne vorgelegt, in der Diskussion werden schließlich Verbesserungsmöglichkeiten erarbeitet. "Das ist oft spannend, war aber immer sehr fruchtbar", sagt Hierl. Sein Fazit: "Die Projekte haben sich dank unserer Arbeit sehr gut entwickelt."

© SZ vom 07.12.2020
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