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Meine Woche:"Cut" nach zwölf Jahren

Pfarrerin Stefanie Wist.

(Foto: Claus Schunk)

Pfarrerin Stefanie Wist verlässt die Michaelsgemeinde Ottobrunn

Von Angela Boschert, Ottobrunn

"Zwischen Kisten und Küchenmontage fällt mir sicher etwas ein", sagt Stefanie Wist fröhlich am Telefon. Sie wird am kommenden Sonntag nach zwölf Jahren ein letztes Mal in der Michaelskirche Ottobrunn predigen und dann von ihren Aufgaben in der Evangelisch-Lutherischen Michaelskirchengemeinde Ottobrunn-Neubiberg-Hohenbrunn entpflichtet. Am 1. März übernimmt sie die Pfarramtsführung der größten evangelischen Gemeinde Münchens, der Christuskirche Nymphenburg-Neuhausen.

Die Entpflichtung im Rahmen des Gottesdienstes sei ein "Cut", sagt Stefanie Wist. Damit enden Jahre, in denen die Pfarrerin nach eigenen Worten "weiter gewachsen ist". Was genau sie in ihrer Predigt sagen wird, weiß Wist noch nicht, nur das Thema steht fest: die Hochzeit zu Kana aus dem Johannes-Evangelium, bei der Jesus Wasser zu Wein verwandelte. Sie wolle betrachten, was an einem Bibeltext wichtig sei in dieser Welt, die brüchig geworden ist. "Wo können wir Hoffnung und Zuversicht finden?" - dieser Frage wolle sie nachgehen und hoffnungsvoll predigen, denn sie neige auch sonst im Leben nicht zum Jammern und Traurigsein. Wer Steffi Wist kennt, weiß das.

So agierte sie kreativ und zupackend in der Gemeinde, initiierte die Stationen-Gottesdienste zu Corona-Beginn und den Chaoskindertag. Zu ihren Aufgaben gehörte die Öffentlichkeitsarbeit, die sie modernisierte, spürbar am Herzen lag ihr auch die Arbeit mit Kindern und Familien. Wist begleitete viele Familien an Stationen ihres Weges, "an denen es Menschen braucht, die mitgehen", wie sie es nennt. Sie sang in der Kantorei, sie brachte Ideen ein, sie lachte viel. Jetzt geht die Pfarrerin nach eigenen Worten mit Dank und mit Wehmut, denn sie lässt viele Freundschaften zurück. Aber sie spürt: Es ist Zeit, selbst Verantwortung für eine Kirchengemeinde zu übernehmen.

Für den Abschiedsgottesdienst von Pfarrerin Stefanie Wist in der Michaelskirche Ottobrunn, Ganghoferstraße 26, am Sonntag, 17. Januar, um 15 Uhr gibt es keine Plätze mehr. Eine Teilnahme per Videokonferenz ist aber möglich, Informationen unter www.michaelskirche.de.

© SZ vom 11.01.2021
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