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Meine Woche:Abschied vom guten Onkel

Johann Teutsch, Schulhausmeister.

(Foto: Claus Schunk)

Schulhausmeister Johann Teutsch geht in den Ruhestand

Von Vorfreude auf den Ruhestand kann bei ihm keine Rede sein: "Eine sehr schöne Zeit geht zu Ende", sagt Johann Teutsch () und wirkt durchaus ein bisschen sentimental. Der Hausmeister der Ottobrunner Grundschule an der Friedenstraße hat eine gleichsam emotionale wie arbeitsreiche Woche vor sich: Zunächst bedeutet das Schuljahresende für einen Hausmeister viel Stress, denn er muss eine Grundreinigung des Gebäudes organisieren, die Fensterputzer anleiten und schließlich alles im Haus auf Funktionsfähigkeit kontrollieren. Reparaturen erledigt er nach Möglichkeit selbst, dann kommt ein Malerbetrieb, zwei Gänge müssen neu gestrichen werden - das alles geht weit über den Ferienstart hinaus. "Mehr als zwei Wochen Urlaub sind da nicht drin, man hat ständig etwas zu tun in so einem großen Haus", sagt Teutsch.

Im neuen Schuljahr kann sich der 66-Jährige dann selbst einteilen, wann er verreisen möchte, am Jahresende geht er in Rente. Weil der freundliche Mann aber bei den Grundschülern und deren Eltern sehr beliebt ist, hat sich Schulleiterin Gesine Clotz etwas einfallen lassen: Teutsch wird an diesem Mittwoch eine offizielle Ehrung erhalten. "Wir wollten ihn gerne mit den Kindern und Eltern verabschieden, die ihn jetzt vier Jahre gekannt haben", sagt die Rektorin und lobt den Einsatz des gebürtigen Rumänen, der seit 20 Jahren in der Ottobrunner Schule I arbeitet: "Er war hier, in zwei Kindergärten, im Hort und für die Gemeinde eine großartige Stütze und hat seinen Beruf mit enormem Engagement ausgeübt."

1982 war Teutsch aus Siebenbürgen nach Bayern gekommen, nachdem er in seiner Heimat die Meisterprüfung zum Kfz-Mechaniker abgelegt hatte. Ein schwerer Unfall, bei dem er zwei Finger der rechten Hand verlor, beendete zwei Jahre später seine Tätigkeit in einer Werkstatt in München. Er heuerte bei der Gemeinde Ottobrunn an und arbeitete zunächst im Bauhof, ehe er 1998 an die Schule wechselte. Darüber hinaus kümmert er sich um das Haus für Kinder an der Gartenstraße und das Spatzennest am Haidgraben. Die frühere Ottobrunner Bürgermeisterin Sabine Kudera (SPD) habe ihn einmal gefragt, wieso in seiner Schule immer alles so gut funktioniere. "Da habe ich gesagt, dass ein guter Hausmeister ein Objekt immer so behandeln muss, als wäre es sein eigenes."

Ärger mit Lehrern hatte Teutsch kein einziges Mal. Im Umgang mit Kindern war er immer eher der gute Onkel als der grimmige Aufpasser. "Mein Motto ist, dass sich Kinder austoben müssen." Natürlich gab es auch schwierige Situationen, etwa wenn Schüler mutwillig die Toiletten verstopften. "Ich habe dann immer die Rektorin geholt, die hat das Schimpfen übernommen." Mit Kindern wird Teutsch auch künftig umgehen: Im Ruhestand will er sich um seine vier Enkel kümmern.