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Klaudia Lindemann engagiert sich in der Hausaufgabenhilfe.

(Foto: Privat)

Klaudia Lindemann aus Oberschleißheim hilft Kindern mit der Initiative "Lern mit!"

Als vor einigen Wochen die Schulen schließen mussten, waren auch Einrichtungen wie die Jugendfreizeitstätte "Planet O" betroffen. Veranstaltungen wie die Hausaufgabenhilfe "Lern mit!" konnten seitdem nicht mehr stattfinden. Nun dürfen Schüler nach und nach wieder in die Schule zurückkehren. Gleichzeitig mit der Rückkehr der Viertklässler, wird auch "Lern mit!" die Betreuung wieder aufnehmen.

Klaudia Lindemann ist seit 2001 Teil der Initiative, die damals noch "Pro Junge Ausländer" hieß. Nach einer spontanen Bewerbung und einem Vorstellungsgespräch wurde sie eingestellt. "Ich dachte, das könnte mir gefallen und ich könnte einen wichtigen Beitrag zu mehr Chancengerechtigkeit für Kinder mit geringen Bildungschancen leisten", sagt die Realschullehrerin. Sie habe selbst zwei Töchter und drei Enkelsöhne.

Insgesamt drei hauptamtliche Mitarbeiter unterstützten die Kinder bei "Lern mit!", unter anderem bei der Erledigung von Hausaufgaben, sie beraten die Eltern und bieten freizeitpädagogische Aktivitäten an. Doch seit der Schließung ist es laut Lindemann nicht mehr möglich, die Kinder optimal zu betreuen. Grund dafür sei fehlender Internetzugang oder unsicherer Umgang mit dem Internet. Oftmals fehle auch einfach die Unterstützung der Eltern. "Gerade weil die Kinder eine persönliche, individuelle Förderung und Unterstützung brauchen, besuchen sie unsere Einrichtung", sagt die 63-Jährige.

Seit der Schließung wird versucht, die Kinder weiterhin auf verschiedenen Wegen zu erreichen. Telefonisch, per Post, per E-Mail oder durch Beiträge auf sozialen Medien. Es wurden auch Briefe mit selbst angefertigten Masken an die Kinder verschickt. "Daraufhin kam von den Kindern und Eltern viel positive Rückmeldung, dass es schön ist trotz der Ausgangsbeschränkung in Kontakt zu bleiben", sagt die Lehrerin.

Klaudia Lindemann berichtet, die meisten Kinder bei "Lern mit!" seien dankbar, dass ihnen geholfen werde. Sie habe schon einige Dankesbriefe von Kindern entgegengenommen. Einer davon ist besonders in Erinnerung geblieben: "Vielen Dank, dass Sie mir immer helfen und gegen Sie bin ich in der Schule besser", hieß es darin. "Die Präpositionen haben wir danach verstärkt geübt", sagt Lindemann. Es gebe für sie nichts Schöneres, als sich mit Kindern zu beschäftigen. Dabei sei es egal, ob sie mit ihnen spielt oder lernt, ihre zahlreichen Fragen beantwortet oder ob sie ihnen die Umwelt zeigt.

An dieser Stelle berichten wir von Menschen und ihrem Leben während der Corona-Pandemie. Wenn auch Sie etwas zu erzählen haben, was anderen vielleicht sogar Mut macht oder zum Nachmachen dient, schicken Sie uns eine E-Mail (gerne auch mit Foto) an: lkr-muenchen@sueddeutsche.de.

© SZ vom 11.05.2020

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