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Meine Ferien:Exklusives Vergnügen

Diplom-Bibliothekarin Ilse Werner.

(Foto: Robert Haas)

Bibliothekarin Ilse Werner organisiert den Lese-Club

Von Annika Bingger, Unterföhring

Das Lesen war für sie von jeher ein großes Hobby. Und so hat die Diplom-Bibliothekarin Ilse Werner () ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Seit vielen Jahren ist sie Bibliotheksleitung. Zunächst führte sie die Bücherei in Pullach, zuvor arbeitete sie als stellvertretende Leiterin in der Gemeindebücherei Neubiberg. Und seit Sommer 2010 ist sie in Unterföhring tätig.

Die Corona-Krise hat jedoch auch den Berufsalltag der Chefin und ihrer Mitarbeiter verändert. Die Büchernachfrage sei aber nicht gesunken. "Das liegt jetzt unter anderem auch am Sommer-Leseclub", sagt Werner. Denn wie jedes Jahr bietet die Bücherei in den Sommerferien die Leseaktion für Kinder der ersten bis fünften Klasse an. "Für die Teilnehmer haben wir viele neue, spannende Bücher eingekauft, die von den Mitgliedern des Leseclubs dann exklusiv ausgeliehen werden können", sagt Werner. "Wir sind positiv überrascht, wie viele tatsächlich mitmachen dieses Jahr." Mehr als 200 Schüler aus Unterföhring und der Umgebung haben sich für den Lesewettbewerb angemeldet. Interessierte dürfen sich für die ganzen Sommerferien Bücher in der Bibliothek ausleihen. Die Kinder müssen dafür eine Anmeldekarte in der Bücherausleihe abholen und können dann sofort mit dem Lesen beginnen. "Es können bis zu drei Bücher auf einmal ausgeliehen werden. Wichtig dabei ist, dass die Kinder diese dann auch bewerten. Damit nehmen sie automatisch an der späteren Verlosung teil", sagt Werner. "Der Club ist deshalb auch ein Anreiz für sehr viele Kinder, da wird eifrig gelesen". Über die gesamten Ferien werde also um die Wette gelesen und am Ende der Sommerferien findet dann traditionell eine Abschlussparty statt, auf der der Lesekönig gekürt und viele verschiedene Preise an die Schüler verliehen werden. "Dieses Jahr haben wir für Mitte September eine Verlosung geplant", sagt die Bibliothekarin.

Die Pandemie durchkreuzte nicht nur den Wettbewerb, sondern den gesamten Alltag in der Bibliothek. Zwei Monate hatte die Bücherei im Lockdown geschlossen. Seit Ende Mai ist aber auch in der Bibliothek wieder etwas Normalität eingekehrt. Und dennoch ist der normale Arbeitstag ein anderer. Neben Regelungen, wie der Maskenpflicht können Besucher die Bücherei nur eingeschränkt nutzen. "Anfangs konnten wir nur sehr wenige Leute hineinlassen. Mittlerweile wurde das zwar etwas gelockert, trotzdem können sich die Besucher nicht viel länger hier aufhalten", sagt Werner. Die Bücherei sei momentan vor allem für die Ausleihe geöffnet. Trotzdem merke man, dass dieses Jahr weniger Leute in den Urlaub fahren und zuhause bleiben. Viele suchen sich eine Beschäftigung für die Zeit in der eigenen Heimat. "Die Leute sind schon froh und dankbar, dass wir wieder geöffnet haben", sagt die Bibliothekarin.

© SZ vom 24.08.2020

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