Süddeutsche Zeitung

Neues Logo für den Ort:Die DNA von Ismaning

Irmgard Hesse und ihre Design-Agentur sollen eine umfassende Standortmarke für die Gemeinde entwickeln.

Von Irmengard Gnau, Ismaning

1210 Jahre alt wird Ismaning im nächsten Jahr. Zeit für einen Tapetenwechsel oder zumindest für ein neues Logo, das nämlich hat seit 2007 das Jubiläum des 1200-jährigen Bestehens zum Thema.

Das dachte sich Irmgard Hesse, Gründerin der mehrfach ausgezeichneten Marken- und Design-Agentur "Zeichen und Wunder" in München, Erstellerin des besagten Logos und gebürtige und heimatverbundene Ismaningerin. Die ersten Überlegungen wuchsen rasch über ein frisches Emblem für das gemeindliche Briefpapier hinaus, und so ist nun ein Konzept entstanden für eine ganze "Standortmarke Ismaning". Diese soll Designerin Hesse nun Schritt für Schritt weiterentwickeln, wie der Gemeinderat einstimmig beschlossen hat.

Die Ideen lassen manchen Gemeinderat schon träumen. Bürgermeister Alexander Greulich (SPD) und der FWG-Fraktionsvorsitzende Günter Glasner sahen sich vor dem inneren Auge bereits in der schmucken Trachtenweste mit dem neuen Logo, Irene Holler (Grüne) favorisierte das Dirndl mit eingesticktem Ismaning-Emblem. Kleidungsstücke, Tassen und Liegestühle mit Ismaninger Touch sind aber längst nicht alles, was Hesses Konzept vorsieht. Die Standortmarke setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen. Nicht zuletzt bei der Gründung der Brauereigenossenschaft in Ismaning habe sich gezeigt, welch ein großes Bedürfnis nach Identität bei den Menschen herrsche, sagte Hesse.

Dem will die Gemeinde nun begegnen, indem sie sich selbst als Standort definiert - ihre typischen Eigenheiten herausstellt und das eigene Bild aktiv prägt. Die "DNA" Ismanings solle für Neubürger wie für Alteingesessene, für Arbeitspendler, Besucher, Jung und Alt begreifbar werden, sagte Hesse.

Der Krautkopf darf nicht fehlen

Dazu zählt als verbindendes Element ein neues Logo, das das Wappen mit dem Mohren als historisches Herrschaftszeichen bei weniger offiziellen Angelegenheiten ersetzen kann. Hesses Vorschlag, der die volle Zustimmung des Gemeinderats fand, versammelt auf warm-rotem Grund stilisierte Symbole des Lebens im Ort: Es zeigt den Wasserturm ebenso wie historische und moderne, industrielle Gebäude, einen Krautkopf stellvertretend für die Geschichte und Gegenwart der Landwirtschaft. Bäume stehen für die weiten Naturflächen in der Gemeinde. Geschwungene Linien schließlich umschließen das Ensemble, sie sind als Isar zu deuten oder auch als Ackerfurchen. Die Farbe und der moderne Font sollen unterstreichen, dass Ismaning eine lebendige Gemeinde ist mit einem regen Ortsleben, zudem eignet sich Rot natürlich besonders gut als Hinweisfarbe.

Verwendung finden soll das Logo nicht nur auf dem Briefpapier und möglichen Accessoires. Das durchgehende Design könnte etwa für ein Wegweisersystem eingesetzt werden, anhand dessen zentrale Orte wie das Kallmann- und das Schlossmuseum, das Rathaus oder das Kultur- und Bildungszentrum Seidl-Mühle auch für Auswärtige leichter auffindbar sind. Denkbar sind auch Schilder an historischen Gebäuden und Informationsstelen. Und auch im Digitalen soll das Design zur Geltung kommen, wenn die Gemeinde ihre digitalen Angebote beim Bürgerservice und auf der Ismaninger Homepage demnächst weiter ausbaut. Bei den kommenden Überarbeitungen soll auch die Barrierefreiheit verbessert werden, etwa durch die Option, Texte in leicht verständlicher Sprache lesen zu können.

Welche konkreten Ideen aus dem Gesamtkonzept umgesetzt werden und in welcher Reihenfolge, sollen Hesse und ihre Agentur nun im Detail voranbringen. Angetan war der Gemeinderat in jedem Fall. "Ismaning hat so viel zu bieten - wenn wir das auch noch charmant verpacken, umso besser", fasste Bürgermeister Greulich zusammen.

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Quelle:
SZ vom 09.10.2018/belo
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