Soziales EngagementHilfe, die satt macht

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Die Hachinger Tafel der Caritas ist gedeckt:  Sie versorgt Bedürftige aus den Gemeinden Taufkirchen, Unterhaching und Oberhaching
Die Hachinger Tafel der Caritas ist gedeckt:  Sie versorgt Bedürftige aus den Gemeinden Taufkirchen, Unterhaching und Oberhaching Rosalie Baumstieger
  • Der Hachinger Tisch der Caritas versorgt freitags etwa 300 bedürftige Menschen aus Taufkirchen, Unterhaching und Oberhaching mit gespendeten Lebensmitteln.
  • Ein Dutzend Ehrenamtliche sammelt morgens Waren aus Supermärkten ein und organisiert die Ausgabe gegen einen symbolischen Beitrag von ein bis zwei Euro.
  • Die Helfer arbeiten nach festen Strukturen mit wechselnden Zeitfenstern, damit alle Berechtigten faire Chancen auf das volle Angebot haben.
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In Taufkirchen bringt der Hachinger Tisch Menschen zusammen: Ehrenamtliche verteilen gespendete Lebensmittel, unterstützen Familien und schaffen Momente echter Gemeinschaft.

Von Rosalie Baumstieger, Taufkirchen

In der Eichenstraße in Taufkirchen herrscht an diesem Freitagvormittag geschäftiges Treiben. Kisten werden geräumt, Bananen sorgfältig aussortiert, Salatköpfe geprüft. Am Morgen hat eine Frau etwa zwanzig Tütchen mit selbst gebackenen Keksen vorbeigebracht, liebevoll verpackt wie Weihnachtsplätzchen. Gegen 11 Uhr sollen die Türen öffnen – draußen warten bereits die ersten Menschen.

Etwa ein Dutzend Ehrenamtliche sorgt an diesem Freitag dafür, dass die Lebensmittelausgabe reibungslos abläuft. Es sind fast 100 „Ausweise“ angemeldet, dahinter stehen etwa 300 Personen aus den drei Ortschaften des Hachinger Tals – Taufkirchen, Unterhaching und Oberhaching –, die von der Caritas abgedeckt werden. Bis zu neun Familienmitglieder können auf einem Ausweis eingetragen sein. Es sind Menschen, die nach der „Sozialen Beratung“ der Caritas Anspruch auf Unterstützung haben, wenn Kindergeld und staatliche Hilfen nicht mehr ausreichen. Dann stehen sie freitags beim Hachinger Tisch an, mit Kinderwagen und Taschen, die bepackt sind mit eigenen Körben oder Behältern – eine Bitte des Teams, der Nachhaltigkeit zuliebe.

Je nach Bedarf werden Lebensmittel zugekauft. Drei Teams fahren am Freitag frühmorgens Supermärkte in der Umgebung an, sammeln Ware ein, die nicht mehr regulär verkauft werden kann, aber noch gut ist. Zusätzlich gibt es Spenden aus der Nachbarschaft, vom Pfarrverband oder auch von lokalen Politikern und Parteien.

Ganz kostenlos ist die Ausgabe nicht: Mit einem symbolischen Beitrag von einem Euro pro Person, zwei Euro für Familien, beteiligen sich die Besucher an den Lebensmitteln. „Denn was nichts kostet, erscheint wertlos“, sagt eine Helferin. Hinter der Ausgabe stehen feste Strukturen, gewachsen aus jahrelanger Erfahrung. Niemand wird vorgelassen, auch wenn sich jemand beim Brot nicht entscheiden kann und der Nächste in der Schlange ungeduldig wird. „Das könnte zu Konflikten führen“, heißt es. Niemand solle sich benachteiligt fühlen. Auch die zugeteilten Zeitfenster für die Berechtigten wechseln wöchentlich, einmal vormittags, einmal nachmittags, damit alle die Chance haben, regelmäßig aus dem vollen Angebot zu wählen.

Gerechte Behandlung aller stehe im Mittelpunkt: „Man darf den Leuten nicht zu nahe kommen, sonst meinen sie, sie hätten Extrarechte“, erklärt ein Helfer, der seit 15 Jahren dabei ist. Viele im Team engagieren sich ähnlich lange; Kontinuität ist hier stille Stärke. Und doch kommen immer wieder neue Menschen hinzu. Wer einmal hineinschnuppert, bleibt oft – nicht aus Pflichtgefühl, sondern weil die Arbeit erfüllend ist. Bei Engpässen oder großem Andrang rücken die Ehrenamtlichen zusammen. „Die Routinen wirken fast beruhigend“, sagt eine Ehrenamtliche. Gelegentlich wechsle man auch die Station, höre neue Geschichten.

Weißbrot und Toast wird am häufigsten gewünscht

Trotz der eingespielten Abläufe bleibt Raum für Begegnung. Es wird gescherzt, gedankt, nachgefragt. Wenn pralle Tomaten, Erdbeeren und übrig gebliebene Faschingskrapfen in den Taschen landen, hellen sich die Gesichter auf. „Wir hatten einmal Erdbeeren, wie im Himmel war das – und Torten, so viele Torten“, erzählt eine Helferin, „vor allem die Kinder lieben das“. Schmunzeln muss sie über die häufigsten Wünsche der Besucherinnen und Besucher. „Weißbrot, am besten in Scheiben – sonst Milchbrötchen oder Toast.“ Ein Besucher bringt einen Strauß Rosen, geht damit von Tisch zu Tisch, um sich zu bedanken.

Nach getaner Arbeit löst sich die Spannung spürbar in der Halle. Die Lebensmittel sind verteilt, die Menschen zufrieden. Was übrig bleibt, darf mitgenommen werden. Die Ehrenamtlichen machen sich auf den Heimweg, nächste Woche geht es weiter.

„Wir freuen uns über jeden, der dazukommt – Fahrerinnen, Spender und natürlich neue Teammitglieder“, sagt Leiter Nico Jenke. „Vorkenntnisse braucht man keine. Man meldet sich im Internet – und kann beim Hachinger Tisch loslegen.“ Sozusagen ein Engagement, das satt macht.

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