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Windkraft:Frische Brise im Hofoldinger Forst

Windrad bei Welshofen, 2019

Windräder im Wald könnten Spaziergängern eines Tages auch im Hofoldinger Forst begegnen, wie hier im Landkreis Dachau bei Erdweg.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Die Landkreise München und Miesbach greifen ihre Pläne für die Stromerzeugung an der A8 wieder auf. Die Rede ist von vier Rotoren.

Die Arbeitsgemeinschaft Windenergie Hofoldinger Forst (Arge) hat beschlossen, weiter in eigener Zuständigkeit zu prüfen, ob ein Windenergieprojekt in dem Staatsforst umsetzbar ist. Es sollen noch Informationen zur Windhöffigkeit, also zur Stärke und Häufigkeit des Windes, eingeholt werden, und es ist eine artenschutzrechtliche Prüfung vorgesehen.

Ein für weitere Planungen vorausgesetztes Windgutachten wurde laut einer Mitteilung, die die Landratsämter München und Miesbach veröffentlicht haben, noch nicht in Auftrag gegeben. Dazu sollen im September Gespräche stattfinden. Sowohl Landrat Christoph Göbel (CSU) als auch sein Miesbacher Kollege Wolfgang Rzehak von den Grünen sehen Chancen für einen Windpark. Rzehak spricht von vier Windrädern nahe der A 8.

Die aktuelle Klimadebatte und die neuen Töne, die Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei grünen Themen anschlägt, bringen neuen Schwung in Pläne, im Hofoldinger Forst Windenergie nutzbar zu machen. Landrat Göbel zeigte sich eben erst unter gewissen Bedingungen offen für Windkraftanlagen im Raum Brunnthal, Aying und Sauerlach. Eine nachgeschobene Stellungnahme zeigt nun, dass die Überlegungen recht konkret sind. Auch wenn längst keine Entscheidung für oder gegen einen Windpark gefallen sei, wie es heißt.

Der bereits seit dem Jahr 2013 existierenden Arge, in der die Gemeinden Aying, Sauerlach, Brunnthal und Otterfing versuchen, in interkommunaler Zusammenarbeit die schwierigen planungsrechtlichen Fragen beim Aufbau von Windkraftanlagen zu klären, haben sich 2016 die Landkreise München und Miesbach angeschlossen. Und die Landkreise sind offenkundig gewillt, nun das weitere Verfahren aktiv mitzugestalten.

Um das von Söder ausgegebene Ziel von 100 neuen Anlagen in Staatsforsten zu erreichen, böten sich durch Forstwege erschlossene Gebiete mit Fichten-Monokulturen an, wie sie im Hofoldinger Forst zu finden sind, heißt es in der Mitteilung der Kreisbehörden. Die Arge Windenergie werde deshalb ihre "Planungen intensivieren" und für den Aufbau eines Windparks einen Standortsicherungsvertrag mit den Staatsforsten anstreben.

Wie Göbel kürzlich sagte, solle auf diese Weise sichergestellt bleiben, dass die Planungshoheit bei den Gemeinden bleibe. Die Bürger sollen intensiv in den Planungsprozess einbezogen werden. Eingriffe in die Natur müssten, so Landrat Göbel, "schonend und moderat" gestaltet werden, weil es sich beim Hofoldinger Forst um ein schützenswertes Naherholungsgebiet handle.

Aus Sicht der Landräte ist es aber wichtig, "einen deutlichen Beitrag zur Energiewende zu leisten". Wegen wesentlich leistungsfähigerer Windkraftanlagen kämen dafür mittlerweile Schwachwindgebiete wie im Hofoldinger Forst in Frage. Steigende Ausschreibungsergebnisse für Zuschläge nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hätten die Ausgangslage verändert, heißt es. Eine Standort-Voruntersuchung für den Hofoldinger Forst, die die Arge in Auftrag gegeben habe, sei zu dem Schluss gekommen, dass eine "wirtschaftliche Erzeugung von Windstrom" dort grundsätzlich möglich sei.

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