Häusliche Gewalt:SPD für zweites Frauenhaus

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Frauenhaus

Der Bedarf an Plätzen im Frauenhaus ist größer als die Kapazität der bestehenden Einrichtung.

(Foto: Peter Steffen/dpa)

Einrichtung für Opfer im Landkreis München an der Kapazitätsgrenze.

Von Martin Mühlfenzl, Landkreis

Die Kreis-SPD fordert ein zweites Frauenhaus für den Landkreis München. Die Kapazitäten des im April vergangenen Jahres eröffneten ersten Zufluchtsortes für Opfer häuslicher Gewalt reichten bei weitem nicht aus, formuliert die Fraktionsvorsitzende der SPD im Kreistag, Ingrid Lenz-Aktas, in ihrem Antrag. Daher müsse "alsbald" die Realisierung eines zweiten Hauses angepackt werden, fordert die SPD-Fraktion. Auch der Haarer SPD-Landtagsabgeordnete Peter Paul Gantzer hat sich an Landrat Christoph Göbel (CSU) gewandt und ihn darum gebeten, die Errichtung eines zweiten Frauenhauses zu prüfen.

Das Betreuungs- und Beratungsangebot des Landkreises, das neben einem Frauenhaus etwa auch die sogenannte Täterarbeit innerhalb der Männerberatung umfasst, ist angesichts der großen Nachfrage an der Belastungsgrenze angekommen, wie die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Teresa Howorka, bereits im November sagte, als sie eine Zwischenbilanz der Arbeit im Frauenhaus zog. Der Einrichtung, die vom Sozialdienst katholischer Frauen betrieben wird, fehle es aber auch an der notwendigen finanziellen Unterstützung durch den Freistaat, kritisiert Peter Paul Gantzer. Die CSU hat dem Landtagsabgeordneten zufolge die "dringend notwendige Verdoppelung der Mittel" von derzeit 2,5 auf fünf Millionen Euro für die Unterstützung der Frauenhäuser abgelehnt. Dies, sagt Gantzer, habe auch im Landkreis gravierende Folgen: Immer wieder müssten Frauen in Not abgewiesen werden. "Es ist bedauerlich, dass ich mich deswegen an den Landkreis wenden muss", sagt Gantzer. "Denn eigentlich wäre es Aufgabe des Freistaates, Frauenhäuser zu fördern."

Zudem habe das Sozialministerium selbst in einer Studie festgestellt, dass ein Bedarf an solchen Einrichtungen vorhanden sei. Lenz-Aktas und Gantzer verwiesen auf den "jahrelangen Vorlauf", der dem Bau des ersten Frauenhauses im Landkreis vorausgegangen war.

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