Süddeutsche Zeitung

Hochwasserschutz am Hachinger Bach:Wieder alle im Boot

Vier Landkreisgemeinden und die Stadt verständigen sich auf einer weitere Zusammenarbeit beim Hochwasserschutz entlang des Hachinger Bachs.

Die Planungen für einen nachhaltigen und interkommunalen Hochwasserschutz am Hachinger Bach werden nicht erst seit dem Pfingsthochwasser 2013 von den vier Landkreisgemeinden und der Stadt München vorangetrieben. Bis sie jedoch in die Tat umgesetzt werden können, wird voraussichtlich noch viel Wasser den Hachinger Bach hinunterlaufen. Ein Krisengespräch, zu dem der Zweite Bürgermeister der Stadt München, Josef Schmid (CSU), am Freitag die Rathauschefs aus Oberhaching, Taufkirchen, Unterhaching und Neubiberg eingeladen hatte, brachte zwar ein wichtiges Ergebnis: Die Gemeinde Oberhaching, deren Entscheidung, aus dem Bündnis mit der Stadt auszusteigen, der wesentliche Grund für das Treffen war, signalisierte Bereitschaft, unter Umständen wieder einzusteigen.

Darüber hinaus wurde aber offenbar wenig Greifbares beschlossen, die Beteiligten haben sich darauf verständigt, keine öffentliche Erklärung abgeben zu wollen. Oberhachings Bürgermeister Stefan Schelle (CSU) spricht von einem "sehr konstruktiven Gespräch", sagt aber auch, es sei erkennbar, dass es ein langer Weg werde. Ins gleiche Horn stößt sein Unterhachinger Kollege Wolfgang Panzer (SPD): "Wir stehen noch am Fuße des Berges." Man wolle der Stadt, die das Thema in ihren Gremien abklären müsse, nicht vorgreifen, begründet Panzer die Vereinbarung zum Stillschweigen. "Wir wollen den Gemeinderäten nicht vorgreifen", sagt auf der anderen Seite Katrin Zettler, Pressesprecherin der Stadt. "Wir hatten ein sehr gutes und konstruktives Gespräch und ziehen an einem Strang", sagte Neubibergs Bürgermeister Günter Heyland (Freie Wähler). Taufkirchens Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei) äußerte sich ähnlich.

"Im Grundsatz sitzen wir in einem Boot und Oberhaching wird sich nicht verweigern, doch zuvor müssen die Kosten geklärt sein, die ich dem Gemeinderat vorlegen kann", sagte Bürgermeister Stefan Schelle am Montag. Wie berichtet, hatte Oberhaching die interkommunale Zusammenarbeit beim Hochwassermanagement mit der Begründung aufgekündigt, dass mit erheblichen finanziellen Aufwendungen nur relativ geringe lokale Schutzeffekte zu erzielen seien. Aus demselben Grund hatte die Gemeinde Taufkirchen angekündigt, sich nur noch eingeschränkt an den Schutzmaßnahmen beteiligen zu wollen. Eine wesentliche Unwägbarkeit sind dabei die unterschiedlichen Grundwasservorkommen entlang des Bachlaufs zwischen der Quelle in Oberhaching und der Versickerungsstelle in Berg am Laim, weshalb bereits seit geraumer Zeit in Erwägung gezogen wird, ein Grundwasser-Gutachten in Auftrag zu geben. Ob sich die Beteiligten am Freitag darauf verständigt haben, war nicht zu erfahren.

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Quelle:
SZ vom 17.02.2015
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