Nahverkehrsangebot im MVVFlexbus-System ist vorerst gesichert

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Im südöstlichen Landkreis München gibt es seit nahezu vier Jahren den On-Demand-Service Flexbus, und der erfreut sich wachsender Beliebtheit. 
Im südöstlichen Landkreis München gibt es seit nahezu vier Jahren den On-Demand-Service Flexbus, und der erfreut sich wachsender Beliebtheit.  Claus Schunk
  • Der Landkreis München verlängert den Pilotversuch mit dem Flexbus-System über Dezember 2027 hinaus, obwohl die geplante Ausweitung auf den gesamten Landkreis vorerst vom Tisch ist.
  • Im vergangenen Jahr nutzten etwa 61.000 Fahrgäste den On-Demand-Service, davon über 45.000 im Tagesverkehr in Sauerlach, Brunnthal und Aying.
  • Der Landkreis kalkuliert mit jährlichen Kosten von 2,3 bis 2,6 Millionen Euro und erwägt eine Umstellung auf Elektrofahrzeuge.
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Eigentlich wollte der Landkreis München den On-Demand-Service ausweiten und dauerhaft etablieren. Nun verlängert er zumindest den Pilotversuch mit den Rufbussen im Südosten des Landkreises.

Von Martin Mühlfenzl, Aying, Unterhaching

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In Sauerlach gehören sie längst zum Ortsbild, ebenso in Brunnthal und Aying: die in Dunkelblau gehaltenen Busse und Kleintransporter mit der Aufschrift „Flex“. Seit nahezu vier Jahren sind die Fahrzeuge im sogenannten On-Demand-Service untertags im südöstlichen Landkreis München unterwegs, bringen Schülerinnen und Schüler morgens zur S-Bahn, ältere Menschen zum Arzt oder Einkaufen. Und abends und in der Nacht wechseln sie ihr Einsatzgebiet und fahren Nachtschwärmer vom Ostbahnhof oder Neuperlach-Süd bis nach Unterhaching, Oberhaching und Taufkirchen.

Als Ergänzung zum bestehenden öffentlichen Nahverkehr im Landkreis München gedacht, hat sich der Flexbus in den Augen nicht weniger binnen kürzester Zeit zum Erfolgsmodell entwickelt, mit stetig wachsenden Fahrgastzahlen in beiden Bediengebieten. Die eigentlich geplante Ausweitung auf den gesamten Landkreis München ist zwar angesichts der prekären Haushaltslage des Landkreises vorerst vom Tisch. Zumindest ein Weiterbetrieb des Flexbus-Systems aber ist vorerst über das Jahr 2027 hinaus gesichert – und auch der Umstieg auf eine alternative, emissionsfreie Antriebsart der Busse soll mit der nochmaligen Verlängerung des Pilotprojekts eingeläutet werden.

Dass die Kreispolitiker am Weiterbetrieb der Rufbusse zumindest im südöstlichen Landkreis München festhalten, liegt insbesondere an den stetig steigenden Nutzerzahlen. Im vergangenen Jahr waren etwas mehr als 61 000 Fahrgäste mit dem Flexbus unterwegs – etwa 4000 mehr als noch ein Jahr zuvor. Besonderer Beliebtheit erfreut sich der Flexbus in den Gemeinden Sauerlach, Brunnthal und Aying, in denen er tagsüber unterwegs ist: Mehr als 45 000 Menschen nutzten den Service in diesem Gebiet. Deutlich geringer fällt die Nachfrage im Nachtservice aus: Etwa 16 000 Fahrgäste fuhren 2024 mit dem Flexbus in den Gemeinden Unterhaching, Oberhaching sowie Taufkirchen samt Anbindung an die Landeshauptstadt am Ostbahnhof und in Neuperlach-Süd.

Gebucht werden kann der Flexbus über die App des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds (MVV); mehr als 90 Prozent aller Reservierungen erfolgen in der Regel über diesen Weg. Im Nachtverkehr allerdings liegt der Anteil der telefonischen Buchungen bei etwa einem Viertel. Die meisten Nachtschwärmer nutzen den Flexbus dann, um vom Ostbahnhof zurück in den Landkreis München zu kommen. Weniger stark genutzt wird hingegen die Möglichkeit, von der Haltestelle Neuperlach-Süd aus die Heimreise anzutreten.

Den Flex-Bus kann man per MVV-App buchen, oder auch telefonisch.
Den Flex-Bus kann man per MVV-App buchen, oder auch telefonisch. Claus Schunk

Beschlossen war vor der Sitzung des Mobilitätsausschusses bereits eine Fortführung des Pilotprojekts bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2027 samt der Nutzung von dieselbetriebenen Gebrauchtwagen für den Betrieb. Diese werden auch über 2027 hinaus im Einsatz sein, dennoch will der Landkreis eine Umstellung auf Elektrofahrzeuge zumindest in Erwägung ziehen. Allerdings kalkuliert der Landkreis bereits jetzt mit jährlichen Kosten in Höhe von 2,3 bis 2,6 Millionen Euro im Jahr für den Betrieb des On-Demand-Service – ohne Umstellung auf emissionsfreie Fahrzeuge.

Kritiker vermissen eine wirtschaftliche Auswertung

Der nun beschlossene Weiterbetrieb des Angebots blieb allerdings nicht ohne Kritik. Unterschleißheims Bürgermeister Christoph Böck (SPD) sagte, ihm fehle schlichtweg eine „wirtschaftliche Auswertung“ des Systems, und kritisierte, dass für ihn die Wirtschaftlichkeit vor allem im Nachtbetrieb nicht ausreichend dargelegt worden sei. Auch FDP-Kreisrat Manfred Riederle sagte, er vermisse vorher gemachte Zusagen seitens der Landkreisverwaltung, was wirtschaftliche Kennzahlen betreffe. Eine Verlängerung sei dennoch logisch, auch wenn diese „nur einigen wenigen Gemeinden im Landkreis zugute“ komme.

Landrat Christoph Göbel (CSU) entgegnete, dass es bei der anstehenden Verlängerung nicht um wirtschaftliche Daten gehe. Vielmehr müsse der Pilotversuch verlängert werden, „damit wir im Spiel bleiben und es nicht zu einem Bruch des Systems kommt“. Soll heißen: Würde der Flexbus Ende 2027 eingestellt, würde er wahrscheinlich nie wieder im Landkreis München fahren.

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