Liebe Leserinnen, liebe Leser,
nach langem Hoffen und Bangen sind nun alle Stichwahlen in den 14 Gemeinden und Städten im Landkreis München entschieden. Ebenso hat der Landkreis einen neu gewählten (alten) Landrat.
Nach einem langen Wahlabend verabschiedet sich die Redaktion der Süddeutschen Zeitung im Landkreis München. Wir hoffen, Sie mit allen relevanten Daten und Fakten zur Kommunalwahl 2026 in München-Land versorgt zu haben. Wir wünschen Ihnen eine gute Nacht und laden Sie herzlich ein, unsere Wahlberichterstattung mit allen Details in den nächsten Tage zu verfolgen.
Nach einem langen Wahlabend verabschiedet sich die Redaktion der Süddeutschen Zeitung im Landkreis München. Wir hoffen, Sie mit allen relevanten Daten und Fakten zur Kommunalwahl 2026 in München-Land versorgt zu haben. Wir wünschen Ihnen eine gute Nacht und laden Sie herzlich ein, unsere Wahlberichterstattung mit allen Details in den nächsten Tage zu verfolgen.
Alexander Greulich bleibt Bürgermeister von Ismaning
Mit 55,3 Prozent setzte sich der Amtsinhaber am Ende gegen seine Herausforderin Sabine Wilhelm von der CSU durch. Bei der SPD waren der Jubel und die Erleichterung groß. „Ich bin unheimlich froh“, sagte Greulich nach dem Ende der Auszählung unserer Kollegin Irmengard Gnau. Die 61-jahrige Wirtschaftsingenieurin Wilhelm hatte den Amtsinhaber mit einem sehr engagierten Wahlkampf durchaus in Bedrängnis gebracht. Am Ende aber durfte Greulich feiern, unter anderem mit seinem neuen SPD-Bürgermeister-Kollegen Florian Klietsch aus Unterföhring, der vor zwei Wochen ohne Stichwahl neu ins Amt kam.
SPD in Feierlaune. privat
Wiedergewählt: 63,2 Prozent für Landrat Göbel
Landrat Christoph Göbel (CSU) ist wiedergewählt. Als das Ergebnis feststand, brandete bei dem Wahlabend vor seinem Büro langer Applaus auf. Göbel kam nach dem vorläufigen Stichwahlergebnis gegen seine Konkurrentin Marion Seitz von den Grünen auf 63,2 Prozent. 77 905 Wähler gaben ihm seine Stimme und bestätigten ihn im Amt. Göbel sagte, er sei "wirklich glücklich". Er dankte Seitz für einen fairen Wahlkampf und überreichte seiner Frau Ochmaa einen Blumenstrauß. Die Familie habe ihn in einem intensiven Wahlkampf oft entbehren müssen. Ochmaa Göbel strahlte und bezeichnete ihren Mann als "geborenen Landrat".
Landrat Christoph Göbel dankte für einen fairen Wahlkampf. Er sei "wirklich glücklich". Bernhard Lohr
Stimmen aus Planegg
„Ich freue mich über die große Zustimmung“, sagte Wahlsieger Felix Kempf (SPD) zu unserer Kollegin Annette Jäger. Er habe in der letzten Woche angesichts des großen Zuspruchs, den er erfahren hätte, ein „gutes Gefühl“ gehabt. Er müsse diesen eindeutigen Sieg sich „erst mal setzen lassen“ und realisieren, was da eigentlich passiert sei. Jetzt komme es darauf ein, eine gute Übergabe hinzukriegen. Für Hermann Nafziger (CSU) sei das Ergebnis der Stichwahl „bitter, bitter, bitter“, sagte er zur SZ. Leistung zähle nichts mehr beim Wähler und werde nicht wertgeschätzt, er zeigte sich offensichtlich tief enttäuscht über den Wahlausgang. Er habe als Bürgermeister eine positive Bilanz und einen „glänzenden Haushalt“ vorzulegen. Er sei „hochzufrieden“ mit seiner Amtszeit. Die Früchte ernte jetzt ein anderer. In den letzten Wochen habe er stark das Gefühl gehabt, viele hätten „auf ihn eingedroschen“ und sich beschwert, er sei „zu langsam“ oder habe „zu wenig kommuniziert“. Es sei immer einfach aus der Opposition zu urteilen, sagt er.
Felix Kempf (SPD) ist neuer Bürgermeister von Planegg. Annette Jäger
Landrat Göbel auf der Zielgeraden
Dem Amtsinhaber ist der Wahlsieg nicht mehr zu nehmen: Landrat Christoph Göbel (CSU) bleibt Chef im Landratsamt in der Münchner Au. Nach Auszählung von 476 der 480 Wahllokale kommt der Gräfelfinger auf 63,2 Prozent der abgegebenen Stimmen. Marion Seitz, Landratskandidatin der Grünen, erreicht demnach 36,8 Prozent.
Amtswechsel in Neuried
Um 18.44 Uhr brandete Applaus in der Aula der Grundschule auf. Neuried hat einen neuen Bürgermeister: Robert Hrasky vom Bündnis Zukunft Neuried (BZN) entschied mit 54,9 Prozent der Stimmen die Stichwahl klar für sich und löst den bisherigen Amtsinhaber Harald Zipfel (SPD) ab. „Das fühlt sich gut an“, sagte der neue Neurieder Bürgermeister Robert Hrasky (Bündnis Zukunft Neuried/BZN) über seinen Wahlsieg und seine neue künftige Rolle als Bürgermeister zu unserer Kollegin Annette Jäger. Es war eher als Außenseiter in den Wahlkampf eingestiegen, das Bündnis Zukunft Neuried ist gemessen an den etablierten Ortsverbänden von CSU, SPD und Grünen eine kleinere, jüngere Gruppierung. Er habe Respekt vor dem neuen Amt, sagte Hrasky, der in der Aula der Grundschule, wo die Wahlergebnisse verfolgt werden konnten, noch etwas überwältigt wirkte vom eigenen Erfolg. Die CSU hatte vor der Stichwahl eine Wahlempfehlung für Hrasky gegeben. Möglicherweise waren es genau jene Stimmen, die Zipfel das Amt kosteten. Harald Zipfel (SPD) zeigte sich enttäuscht, er könne das Wahlergebnis nicht nachvollziehen, sagte er zur SZ. Er wünschte seinem Nachfolger viel Erfolg, die Herausforderungen seien groß in der finanzschwachen Kommune, er sei gespannt, wie Hrasky es gestalte. Im Vorfeld der Wahl sei viel von der Wechseltradition in Neuried die Rede gewesen, sagte Zipfel: Seit 1978 war kein Bürgermeister länger als zwei Amtszeiten Rathaus-Chef. Mit der Niederlage von Zipfel wird diese Tradition jetzt fortgesetzt.
Neubiberg: Pardeller bleibt Bürgermeister
Trotz seiner Wellen schlagenden Kokain-Affäre konnte sich der amtierende Bürgermeister Thomas Pardeller (CSU) in Neubiberg erneut durchsetzen. Er gewann die Stichwahl um den Posten des Rathauschefs mit 54,7 Prozent gegen seine Konkurrentin Carola Grimminger von den Grünen. „Ich bin erleichtert und überwältigt“, sagte er unserer Kollegin Daniela Bode am Wahlabend, den er mit seiner Familie und seinen Unterstützern zunächst im Wahltreff im Haus für Weiterbildung verbrachte und später im Lokal „Lara Belle“ feierte. Durch seine Kokain-Affäre war er zwischenzeitlich in Kritik geraten, diese haben ihm die Wähler aber offensichtlich verziehen. „Das Ergebnis spricht dafür, dass die gute Arbeit in den letzten Jahren goutiert wurde“, sagte er. Es zeige auch, dass die Wählerinnen und Wähler es schätzten, dass sich der Bürgermeister mit Herzblut reinhänge. „Das werde ich auch in den nächsten sechs Jahren tun“, sagte er. Seine Herausforderin Carola Grimminger (Grüne) sagte der SZ am Wahlabend, sie sei „erschöpft“. Gleichzeitig war sie aber über die 45,3 Prozent auch sehr zufrieden: „Ich freue mich wirklich sehr, wir haben ein respektables Ergebnis erzielt“, sagte sie. Sie gratuliere Thomas Pardeller, sagte sie außerdem. Auf die Arbeit im Gemeinderat freue sie sich. „Jetzt geht es noch um den zweiten und dritten Bürgermeister“, sagte sie
Aufatmen bei der SPD in Ismaning
Der Ismaninger Bürgermeister Alexander Greulich kann eine dritte Amtszeit dranhängen. Der SPD-Politiker setzte sich in der Stichwahl mit 55,3 Prozent der Stimmen gegen seine Konkurrentin Sabine Wilhelm von der CSU durch. Sie kam auf beachtliche 44,7 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 60,3 Prozent.
CSU Unterhaching kann nach 36 Jahren wieder jubeln
Großer Jubel bei der CSU Unterhaching. 36 Jahre lang war das Rathaus in SPD-Hand. Allerdings musste ihr Kandidat Korbinian Rausch lange warten, denn er lieferte sich mit seiner Kontrahentin von den Grünen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Zwar war sich der Dritte Bürgermeister Richard Raiser schon nach der Auszählung von wenigen Wahlbezirken sicher, dass es diesmal etwas werden würde mit einem CSU-Bürgermeister. Doch Rausch wollte keinesfalls zu früh jubeln.
Jubel bei der CSU Unterhaching: Korbinian Rausch (Mitte) ist neuer Bürgermeister. Da freuen sich auch Landtagsabgeordnete Kerstin Schreyer (links) und Richard Raiser (2.v.l). . Claus Schunk
Korbinian Rausch von der CSU gewinnt in Unterhaching
Ein überaus spannendes Duell lieferten sich Korbinian Rausch (CSU) und Johanna Zapf von den Grünen. Zeitweise lagen die beiden Kontrahenten um die Nachfolge von SPD-Bürgermeister Wolfgang Panzer fast gleichauf. Letztlich entschied der CSU-Kandidat mit 52,7 Prozent der Stimmen die Wahl für sich.
Korbinian Rausch (CSU) gewinnt in Unterhaching. Iris Hilberth-Grasl
Pullach: Tausendfreund muss Niederlage einstecken
Susanna Tausendfreund (Grüne) muss nach zwei Amtszeiten als Bürgermeisterin ihren Chefsessel im Rathaus räumen. Überraschend klar hat Christine Eisenmann (CSU), die 2020 noch in der Stichwahl mit knapp 47 Prozent der Stimmen unterlegen war, das Rennen gemacht. Diesmal holte die Herausforderin 54,6 Prozent, Tausendfreund 45,4 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 66,1 Prozent. Tausendfreund wünschte ihre Konkurrentin „ein gutes Händchen bei der zukünftigen Regierung des schönen Pullach“. Eisenmann sagte, sie hoffe, „das Vertrauen, dass in mich gesetzt wurde, zu erfüllen“ und versprach in einer ersten Stellungnahme „ihr Bestes zu geben“, wie unser Kollege Udo Watter aus Pullach berichtet. Siegerin Christine Eisenmann (CSU) wurde im großen Sitzungssaal gefeiert und konstatierte: „Ich bin überwältigt. So viele Menschen haben ihr Vertrauen in mich gesetzt. Ich freue mich sehr auf die Arbeit in Rathaus.“ Es habe eine Wechselstimmung in Pullach gegeben und nach dem ersten Wahlgang sogar eine „Aufbruchstimmung“. Sie wolle jetzt vieles anpacken, was in den vergangenen Jahren liegen gelassen wurde. Wahlverliererin Susanna Tausendfreund (Grüne) weiß noch nicht, ob sie ihr Mandat im Gemeinderat wahrnehmen will, meinte aber: „Eher nicht“. Sie war sichtlich enttäuscht, hat aber durchaus so ein Ergebnis befürchtet. Den Wahlkampf fand sie, mit Blick auf die Gegenseite, manchmal überspitzt: „Aber mei, so ist das ist halt im Wahlkampf.“
Ottobrunn: Loderer nach 19 Jahren abgewählt
19 Jahre lang führte Thomas Loderer (CSU) die Geschicke der Gemeinde Ottobrunn. Nun wurde er von Florian Schardt von der SPD abgelöst. Schardt gewann gegen Loderer mit 61,5 Prozent der Stimmen. Die beiden Konkurrenten hatten beim ersten Wahlgang lediglich 288 Stimmen voneinander getrennt. „Ich freue mich über das Ergebnis, aber ich muss das erst einmal sacken lassen und für mich bewerten“, sagte Schardt am Abend unserer Kollegin Daniela Bode im Rathaus, als schon einige Wahllokale ausgezählt waren und sich das deutliche Ergebnis schon abzeichnete. In seiner Rede nach dem Wahlsieg dankte er dem unterlegenen Amtsinhaber für dessen Glückwünsche in einer „für Dich nicht einfachen Situation“. Er könne nun auf dem aufbauen, was Loderer geleistet habe. Schardt sagte, dass man es freilich nicht jedem Wähler recht machen könne, aber er kündigte an: „Ich werde ein Bürgermeister für alle Ottobrunnerinnen und Ottobrunner sein.“ „Packen wir’s gemeinsam an“, sagte er. Amtsinhaber Loderer, 56, wirkte sehr gefasst, als er dem Gewinner gratulierte und sagte, dass das Ergebnis für ihn persönlich sehr unerfreulich sei. Es sei aber ganz klar der „Bürgerwille, den ich natürlich akzeptiere“. Dem Gemeinderat werde er nicht mehr angehören. Er denke, ein Neuanfang in dieser Konsequenz sei sinnvoll.
Ottobrunn hat einen neuen Bürgermeister. Daniela Bode
Michael Schultz gewinnt in Putzbrunn
Mit 62 Prozent hat Michael Schultz die Bürgermeisterwahl in Putzbrunn für sich entschieden. Er war in der Stichwahl gegen Tobias Stokloßa (CSU) angetreten.
Hohenleiter ist neuer Rathauschef in Sauerlach
In Sauerlach hat Michael Hohenleitner (CSU) mit 54,4 Prozent die Bürgermeisterwahl für sich entschieden. Er setzte sich durch gegen Klaus Zimmermann (UBV). Die bisherige Erste Bürgermeisterin Barbara Bogner (UBV), die das Amt 18 Jahre lang innehatte, war nicht mehr angetreten.
Amtsinhaberin gratuliert ihrer Herausforderin
Amtsinhaberin Susanna Tausendfreund (Grüne) hat Herausforderin Christine Eisenmann (CSU) inzwischen in Pullach zum Sieg gratuliert. Das berichtet unser Kollege Udo Watter aus Pullach. Der Vorsprung beträgt kurz vor Ende der Auszählung rund zehn Prozentpunkte.
Susanne Tausendfreund (links) gratuliert ihrer Herausforderin Christine Eisenmann. Udo Watter

