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Putzbrunn:Ratespiel mit Promifaktor

Willy Astor Alter Speicher

Der Musiker und Kabarettist Willy Astor ist einer der Künstler, die sich an der Spendenaktion beteiligen.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Filmemacher Andreas Uhlig sammelt mit Hilfe von Künstlern und Pfarrer Schießler Spenden

Von Anna-Lea Jakobs, Putzbrunn

Aus schwindelerregender Höhe grüßt der katholische Pfarrer Rainer Maria Schießler vom Dach der Kirche St. Maximilian in München. Zwischen den beiden Glockentürmen stehend hält er ein Päckchen in seinen Händen, das in braunes Geschenkpapier eingewickelt ist und einem Gewinner des Ratespiels "Schätzen und Spenden" zugeschickt wird. In Verbindung mit dem Projekt fordert er die Menschen dazu auf, für die Hilfsaktion Zeltschule e.V. zu spenden, die Kinder in Flüchtlingslagern unterrichtet. Hinter dem wohltätigen Ratespiel steckt Andreas Uhlig, Filmemacher aus Putzbrunn.

Die Aktion "Schätzen und Spenden", bei der Menschen eine oder mehrere von sieben Organisationen aus München unterstützen können, wird über die Weihnachtszeit bis zum 31. Januar verlängert. Außer Pfarrer Schießler machen sechs weitere Künstler und Prominente aus München und Umland mit, die in dem gemeinsamen Online-Video für eine gemeinnützige Organisation ihrer Wahl werben. Jasmin Leuxner, Radiomoderatorin von Bayern 3, sammelt für die Sternstunden des BR und der Kabarettist Hans Klaffl setzt sich für das Wohn- und Kulturzentrum für Geflüchtete "Bellevue di Monaco" ein.

Der Spendenmarathon läuft noch

In dem Video werden die sieben Projekt-Werber durch die Animation eines gemeinsamen Hauses zusammengebracht. Dabei hält jeder von ihnen ein verpacktes Geschenk in den Händen, dessen Inhalt die Zuschauer erraten müssen. Das Gewinnspiel ist zwar beendet, aber der Spendenmarathon findet noch bis Ende Januar statt. Damit möchte der Gründer Andreas Uhlig den Menschen, die es aufgrund des Weihnachtsstresses nicht geschafft haben zu spenden, Zeit geben, sich in Ruhe mit der Aktion zu beschäftigen.

Am 12. Dezember traf den Filmemacher die Idee wie ein Blitz. Derart elektrisiert stellte der gelernte Betriebswirt mit Schwerpunkt Kommunikation in weniger als zwei Wochen mit teils 17-stündigen Arbeitstagen das Ganze auf die Beine. Seine Frau verschickte Pressemeldungen, sein Bruder zeichnete die Ankündigungen auf, eine Webdesignerin erstellte kostenlos eine Internetseite. "Der Animationsdesigner ist sogar zwei Tage später in den Urlaub gegangen, denn die Veröffentlichung des Videos war eigentlich für den 21. Dezember geplant", erzählt Uhlig.

Kabarettist Hans Klaffl war der "Promi-Null"

Das Ratespiel-Video mit den sieben Künstlern und Prominenten ging dann einen Tag vor Heiligabend online. Andreas Uhlig beschreibt die Aktion als Brückenbauen zwischen Organisationen und spendenbereiten Menschen. Die Organisationen haben alle in München ihren Sitz und betreiben teils in der Stadt selbst oder in anderen Ländern gemeinnützige Arbeit.

Von Anfang an seien die sieben Beteiligten begeistert gewesen, erzählt Uhlig. "Promi-Null" war Hans Klaffl, den der Filmemacher zuerst fragte. Bei ihm war er vor 20 Jahren Schüler. Der Kabarettist und Musiker Willy Astor, der für Ärzte ohne Grenzen sammelt, war ein Glücksfall, nachdem andere Künstler krank geworden waren oder abgesagt hatten. In Kontakt sind sie zufällig durch eine Kollegin gekommen, die Astor ein E-Piano abgekauft hatte. "Was mich angespornt hat, war zu sehen, mit welchem Ehrgeiz die Künstler die Videos selbst aufgenommen und geteilt haben." Mit Ausnahme von Pfarrer Schießler und Moderatorin Uschi Dämmrich von Luttitz nahmen die Mitbeteiligten eigenhändig Videoclips in ihren vier Wänden auf. "So wie es gelaufen ist, gehe ich davon aus, dass wir das nächstes Jahr wieder machen", sagt Uhlig und fügt lachend hinzu, "dann aber mit etwas mehr Vorlauf."

© SZ vom 12.01.2021
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