ÖPNV:Beschleunigung auf der ganzen Linie

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ÖPNV: Expressbusse sind mittlerweile ein wichtiger Bestandteil des ÖPNV im Landkreis München.

Expressbusse sind mittlerweile ein wichtiger Bestandteil des ÖPNV im Landkreis München.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Mit dem Fahrplanwechsel an diesem Sonntag wird auf allen S-Bahn-Linien im Landkreis München der Takt ausgeweitet, zudem gibt es bei den Expressbussen weitere Verbesserungen. Dafür steigen auch die Preise.

Von Martin Mühlfenzl, Landkreis München

In den vergangenen Jahren hat es im Landkreis München immer wieder innovative Vorschläge gegeben, um die Verkehrswende zu beschleunigen und mehr Menschen zum Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel zu bewegen. Straßenbahnen sollten etwa Unterschleißheim, Garching und Ismaning miteinander verbinden, Gondeln über das Hachinger und Isartal schweben, auch über eine Magnetschwebebahn wurde diskutiert. Nichts davon ist bisher Realität geworden. Das Maß aller Dinge im öffentlichen Nahverkehr im Landkreis München sind nach wie vor die S-Bahn und der Bus - und bei beiden gibt es zum Fahrplanwechsel an diesem Sonntag, 11. Dezember, einige Verbesserungen. Gleichzeitig werden Tickets im Schnitt um fast sieben Prozent teurer. Ein Überblick über Neuerungen.

ÖPNV: Die S 7 fährt künftig im 20-Minuten-Takt bis nach Aying.

Die S 7 fährt künftig im 20-Minuten-Takt bis nach Aying.

(Foto: Claus Schunk)

S-Bahn

Von Sonntag an bietet die Münchner S-Bahn auf den Außenästen des Netzes nahezu überall einen durchgängigen 20-Minutentakt an. Damit löst die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) als Betreiberin der Münchner S-Bahn ein Versprechen gegenüber Pendlerinnen und Pendlern ein. Diese Leistungs-Aufstockung entspricht Angaben der BEG zufolge etwa zusätzlichen 775 000 Zugkilometern im Jahr. Mit dieser Aufstockung gibt es im Netz nur noch wenige Ausnahmen beim 20-Minutentakt - eine davon betrifft allerdings eine Trasse, die im Landkreis München seit Jahrzehnten ein Ärgernis darstellt: der Ost-Ast der S 7. Von Sonntag an verkehrt die S-Bahn zwischen Wolfratshausen und Aying montags bis freitags jeweils von 5 bis 23 Uhr im 20-Minuten-Takt, damit wird die bisher bestehende Lücke zwischen Höhenkirchen-Siegertsbrunn und der Haltestelle Aying geschlossen. Allerdings halten die zusätzlichen Züge, die stets zur vollen Stunde von Höhenkirchen-Siegertsbrunn Richtung Süden abfahren weder in Dürrnhaar noch in Peiß. Und zwischen Aying und der Endhaltestelle Kreuzstraße verkehren in der Stunde nur zwei Züge der S 7.

Ausgeweitet wird auch das Programm auf der Flughafen-Linie S 8. Dort gilt mit dem Fahrplanwechsel künftig von 4 bis 24 Uhr ein durchgehender 20-Minutentakt. Auf der Linie S 1 über Unterschleißheim in Richtung Flughafen und Freising wird der Takt ebenfalls ausgeweitet, dort fährt von 5 bis 23 Uhr alle 20 Minuten eine S-Bahn, ebenso auf der Linie S 2 über Feldkirchen und Heimstetten nach Erding.

Expressbusse

Die Stärke der Expressbusse liegt einerseits, wie der Name schon vermuten lässt, in ihrer Geschwindigkeit, mehr aber noch in ihrer Funktion als tangentiale Zubringer, die das zentristisch auf die Landeshauptstadt München ausgerichtete S-Bahn-Netz ergänzen. Die Verbindung spannt sich mittlerweile vom Dachauer S-Bahnhof bis zu den U-Bahn-Haltestellen Garching-Hochbrück und Garching-Forschungszentrum (X 201), von Unterschleißheim über Garching, Ismaning, Aschheim und Feldkirchen bis nach Haar (X 202). Aus dem nordöstlichen Landkreis geht es von Heimstetten über Haar, Putzbrunn, Hohenbrunn und Taufkirchen bis nach Oberhaching - dort wird künftig statt des S-Bahnhofs Furth der S-Bahnhof Deisenhofen mit dem neuen Schulcampus angefahren (X 203). Und mit dem X 320 geht es weiter von Oberhaching bis nach Wolfratshausen.

Mit Wiedereröffnung der Mittenheimer Brücke, der einzigen kreuzungsfreien Querung der Bahnstrecke in Oberschleißheim, wird vor allem der Expressbus X 202 im nördlichen Landkreis beschleunigt und kann künftig auch den S-Bahnhof Oberschleißheim anfahren. Von Garching aus wird künftig auch der Landkreis Freising mit dem Expressbus X 660 besser angebunden, dort verkehren vom Forschungszentrum aus in Richtung Weihenstephan dann auch an Samstagen Busse im 60-Minutentakt. Im östlichen Landkreis wird der X 203 künftig zudem den Grasbrunner Ortsteil Keferloh sowie in Heimstetten die Ammerthalstraße anbinden.

Als Erfolgsmodell hat sich überdies der Expressbus X 200 herauskristallisiert, der vom Münchner Ostbahnhof über den Karl-Preis-Platz das Gewerbegebiet an der Lilienthalstraße in Taufkirchen und somit auch den Ottobrunner Ludwig-Bölkow-Campus und indirekt das Gewerbegebiet Brunnthal-Nord anbindet. In den Hauptverkehrszeiten am frühen Morgen und abends verkehrt der Bus, der über die A 8 fährt, sogar im Fünf-Minutentakt.

Auch auf zahlreichen Regionalbus-Verbindungen im Landkreis München gibt es mit dem Fahrplanwechsel Veränderungen. Alle Informationen gibt es auf der Homepage des Münchner-Verkehrs- und Tarifverbundes (www.mvv-muenchen.de) im Bereich Fahrplanauskunft.

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