Mitten im LandkreisBloß nicht aufregen!

Lesezeit: 1 Min.

Was den Landauer Urgroßvater von Landrat Christoph Göbel mit Bauernobmann Anton Stürzer verbindet.

Kolumne von Martin Mühlfenzl

Die Stadt Landau in der Pfalz hat ja Dank Harald Schmidt sehr zum Leidwesen der Landauer selbst in den Neunzigerjahren deutschlandweit Bekanntheit erlangt. Der Entertainer Schmidt nahm mit seinen Gagschreibern einen Clip tanzender Kinder bei einer Karnevalssitzung zum Anlass, um daraus einen Running-Gag auf Kosten, sagen wir, etwas voluminöserer Jugendlicher zu entwickeln. In Landau selbst hielt sich die Begeisterung für das doppelte Lottchen, das sich durchfrisst, und die Biene Mayo, die in "Die dicken Kinder von Landau" vorkamen, allerdings in Grenzen. Ehrlich gesagt, regten sich die Pfälzer über die Schmidt'sche Witzelei tierisch auf. Zum Glück nicht so sehr, dass mehr passiert wäre.

Dass sich die Landauer noch an der Urgroßvater des Münchner Landrats Christoph Göbel erinnern, darf indes bezweifelt werden. Der war einst Winzer in der Stadt und brachte es sogar zum Kreiswinzer, wie Göbel unlängst im Ausschuss für Energiewende, Landwirtschaft und Umwelt berichtete, dem auch der Kreisobmann des Bauernverbands Anton Stürzer angehört. Der musste sich vor der Sitzung im Gespräch mit CSU-Kollegen so über die Bundespolitik aufregen, dass sich Landrat Göbel an seinen Urgroßvater erinnerte und Stürzer von ihm erzählte.

In einer Sitzung des Landauer Stadtrats am 4. Juli 1926 habe sich der Vorfahre derart über die Gängelung der Weinbauern durch die Politik aufgeregt, dass er einen Schlaganfall erlitten habe und im Sitzungssaal tot umgefallen sei, erzählte Göbel. Da war es plötzlich sehr still im Sitzungssaal des Landratsamtes am Mariahilfplatz, wo zum Glück schon sehr lange keiner mehr umgefallen ist, auch der Kreisbauer Anton Stürzer nicht, der dann doch ein wenig lächeln musste.

Was das mit den armen, dicken Kindern aus Landau zu tun hat? Gar nichts. Aber dem Zyniker Harald Schmidt hätte die Anekdote wahrscheinlich ein wenig gefallen. Und vielleicht sollten sich nicht nur die Landauer, die ja einmal zu Bayern gehört haben, sondern auch die Menschen im Landkreis München daran erinnern, dass sich ständiges Ärgern auch nichts bringt. Oder in Göbels Worten: "Reg' dich nicht so auf!"

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

SZ Stellenmarkt
:Entdecken Sie attraktive Jobs

In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: