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Kommunalwahl im Landkreis München:Bewerbermangel bei der CSU

CSU-Kreischef erkennt keine strukturelle Schwäche seiner Partei. Es sei normal, dass sich in manchen Kommunen kein Bewerber für das Bürgermeisteramt fände, sagt der Bundestagsabgeordnete.

(Foto: Claus Schunk)

Die Partei tritt in Oberschleißheim und Straßlach ohne Bürgermeisterkandidaten an.

Vom Landtagsabgeordneten Ernst Weidenbusch ist das Mantra überliefert, die CSU müsse bei Kommunalwahlen im Landkreis München zwingend in jeder Stadt und Gemeinde einen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufstellen und Präsenz zeigen. Im Jahr 2014 verfehlte der Kreisverband dieses Ziel aber schon einmal knapp: In Aying etwa hatte Bürgermeister Johann Eichler von der Parteiunabhängigen Wählerschaft Helfendorf bei seiner Wiederwahl überhaupt keinen Gegenkandidaten. Der CSU-Kreisvorsitzende hieß damals übrigens noch Ernst Weidenbusch.

Sein Nachfolger, der Bundestagsabgeordnete Florian Hahn, hat die Vorgabe, die Weidenbusch nachgesagt wird, nie so proklamiert. Wohl wissend, dass auch die CSU in manchen Kommunen bei der Kandidatensuche für das Bürgermeisteramt ihre Probleme hat. Sicher ist mittlerweile, dass es weder in Straßlach-Dingharting noch in Oberschleißheim einen CSU-Bewerber bei der Kommunalwahl am 15. März kommenden Jahres geben wird. Die Gründe hierfür seien unterschiedlich und vielfältig, sagt Hahn. In Straßlach-Dingharting habe sich schlichtweg niemand gefunden, zudem sitze Rathauschef Hans Sienerth, der bereits 2008 von einem breiten Parteienbündnis ohne CSU ins Amt gewählt worden war, "fest im Sattel", wie Hahn sagt.

"Wir hatten eine Kandidatin, auf die haben wir gesetzt."

Vor einer gänzlich anderen Ausgangslage steht die CSU in Oberschleißheim. Dort hatte in den vergangenen Jahren alles nach einer erneuten Kandidatur von Angelika Kühlewein ausgesehen. Doch die Kreisrätin sagte unlängst aus persönlichen Gründen ab. "Wir hatten eine Kandidatin, auf die haben wir gesetzt. Jetzt ist es schwer, jemand anderen aus dem Hut zu ziehen", sagt Hahn, der gleichzeitig Verständnis für den Rückzug Kühleweins äußert. "Das ist total legitim, wenn jemand sagt, es geht aus privaten oder beruflichen Gründen nicht." Dass Kühlewein nicht noch einmal antritt und die CSU gar keine Bewerber in die Kommunalwahl schickt, dürfte Oberschleißheims Bürgermeister Christian Kuchlbauer (Freie Wähler) freuen, der im Gemeinderat unter Dauerbeschuss durch die Christsozialen steht.

Von einer strukturellen Schwäche der CSU in Oberschleißheim wollen aber weder Hahn noch der CSU-Ortsverbandsvorsitzende Peter Benthues etwas wissen. "Es handelt sich hier nur um eine Personalfrage", sagt Benthues. "Wir haben noch nach Alternativen und Lösungen gesucht, aber einfach niemanden gefunden." Von einer Krise der CSU in Oberschleißheim könne keine Rede sein, sagt der Ortschef. Ob die fehlende Zugkraft ohne eigene Bürgermeisterkandidatin Auswirkungen auf die Gemeinderatswahl haben könnte, will Benthues nicht ausschließen. Doch der CSU-Chef gibt sich kämpferisch: "Wir sind bereit. Wir werden unsere Positionen weiter standhaft vertreten und unsere Linie beibehalten."

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