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Ismaning:Eingeschränktes Gassi-Verbot

Schmuckfoto München West

In den Herbst- und Wintermonaten dürfen nun auch Hunde die Flächen am Ismaninger Eisweiher betreten und dort herumtollen.

(Foto: Florian Peljak)

Ein Kompromiss soll den Konflikt mit Hundebesitzern am Eisweiher beilegen.

Von Sabine Wejsada, Ismaning

Im Konflikt um das Gassiverbot am Ismaninger Eisweiher ist ein Kompromiss gefunden worden: Wie Bürgermeister Alexander Greulich (SPD) am Donnerstagabend im Gemeinderat sagte, soll das Betretungsverbot der Uferbereiche in den Herbst- und Wintermonaten aufgehoben werden. Von April bis September aber müssen Hundehalter mit ihren Vierbeinern den Liegewiesen fernbleiben, um Badende und Sonnenanbeter nicht zu stören. Und es gibt eine Zusatzregelung für einen bestimmten Platz, wo die Verbotsschilder ohne saisonale Beschränkung stehen bleiben: Weil sich im westlichen Bereich des Gewässers ein Spielplatz befindet und Sportgeräte stehen, haben dort Hunde nach Vorschlag der Verwaltung das ganze Jahr über nichts verloren.

Der Gemeinderat signalisierte seine Zustimmung zu den neuen Vorgaben. Damit endet in Ismaning eine Debatte, die in den vergangenen Wochen ziemlich hochgekocht ist und schließlich in einer Unterschriftensammlung mündete. Organisiert haben diese Elmar Neitzert und Stephanie Kreuzhage, die im Gassi-Verbot am Eisweiher eine Diskriminierung von Hundehaltern sahen. 140 Gleichgesinnte trugen sich in die Listen ein, die dann im Rathaus abgegeben wurden - mit dem Ziel, dass der Gemeinderat seinen Beschluss vom Dezember revidiert und die Verbotsschilder am Eisweiher abgebaut werden.

Gerade im Sommer ist der See ein beliebter Treffpunkt

Bürgermeister Alexander Greulich.

(Foto: Claus Schunk)

Dabei gilt das Verbot bereits seit vielen Jahren, wie das Rathaus in der Sitzung Anfang Dezember mitgeteilt hatte. Die entsprechenden Schilder rund um das Gewässer seien früher aber eher "auf Zamperl- und nicht auf Halter-Höhe" sowie zum Teil eingewachsen gewesen, sagte Bürgermeister Greulich. Nachdem die Gemeinde die Hinweistafeln hat umplatzieren oder von Gestrüpp befreien hat lassen, seien sie sichtbarer geworden und stellten offenbar "für manchen eine Überraschung dar", so der Rathauschef. Wenn mit dem nun gefundenen Weg "der Sturm im Wasserglas um die angebliche Diskriminierung von Hundehaltern vorbei ist, können wir damit leben", sagte Greulich im Namen der Verwaltung, was im Gemeinderat mit allgemeinem Nicken quittiert wurde.

Gerade an warmen Sommertagen ist der kleine See ein beliebter Treffpunkt für Sonnenanbeter und Badegäste aus der Gemeinde. Das bis zu zwei Meter tiefe Gewässer bietet eine nicht zu beanstandende Wasserqualität und heizt sich recht schnell auf. Vor allem Familien mit Kindern ermöglicht der Weiher wohnortnahe Erholung. Doch wie an vielen anderen Gewässern im Landkreis herrscht auch am Eisweiher nicht immer eitel Sonnenschein: Regelmäßig entbrennt dort nach Angaben aus dem Rathaus während der Badesaison ein Konflikt zwischen Badegästen und Hundehaltern.

So störten sich Besucher an frei herumlaufenden Tieren, die in den Weiher springen und deren Hinterlassenschaften die Liegewiesen verschmutzen. Nach den Worten des Bürgermeisters sind gerade diese Nutzerkonflikte zwischen Hundehaltern und anderen Gästen am Eisweiher in fast jeder Bürgersprechstunde ein Thema. Trotz der Neuregelung für die Herbst- und Wintermonate plädierte Greulich für gegenseitige Rücksichtnahme.

© SZ vom 23.01.2021
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