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Feldkirchen:Park und Parkplatz

Viel Grün, kaum Beton: Der Platz für die Bauma auf Feldkirchner Flur an der A 94 soll als ökologisch wertvolle Magerrasenfläche angelegt werden.

(Foto: Messe)

In der Gemeinde entsteht zur Bauma eine temporäre Abstellfläche für Busse.

Mehr als 620 000 Menschen haben vor wenigen Monaten die größte Messe für Baumaschinen der Welt besucht: die Bauma in Riem. Die Einwohner der umliegenden Gemeinden bekommen den Ansturm vor allem durch den Verkehr zu spüren. Ohnehin sind die Straßen rund um die B 471 und die Autobahn A94 stark belastet, während der Bauma spitzt sich die Lage zu.

Der Feldkirchner Gemeinderat möchte die Messe bei der Bewältigung des Andrangs unterstützen. Einstimmig haben die Kommunalpolitiker am Donnerstagabend beschlossen, einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufzustellen: Auf einem derzeit landwirtschaftlich genutzten Grundstück zwischen A 94, Münchner und Ottendichler Straße soll ein temporärer Großparkplatz für mehr als 300 Busse entstehen.

Die nächste Bauma findet 2022 statt

Nötig ist diese Maßnahme, weil in der Messestadt Riem die Flächen der bisherigen Busparkplätze bebaut werden sollen. Bei der nächsten Bauma im Jahr 2022 stehen diese also nicht mehr zur Verfügung. Trotzdem ist es wichtig, möglichst in der Nähe des Messegeländes Parkplätze anbieten zu können. Denn müssten die Besucher von weit entfernten Stellplätzen mit Shuttlebussen zu den Ausstellungshallen fahren, würde der Verkehr noch stärker belastet.

Zur grauen Betonfläche soll der Acker auf Feldkirchner Flur jedoch nicht werden: Die Planung sieht vor, den Parkplatz als ökologisch wertvolle Magerrasenfläche anzulegen. Eingefasst wird das Gebiet von Erd- und Kiesaufschüttungen, auf denen Blühwiesen angesät werden. Nur während der Bauma, die alle drei Jahre stattfindet, sollen Busse auf dem Grundstück parken dürfen. Zudem soll die Fläche als Check-in-Bereich für Lastwagen dienen, die vor und nach der Messe die Ausstellungsstücke transportieren. Autos können während anderer Messen auf dem Parkplatz abgestellt werden, allerdings höchstens an 50 Tagen pro Jahr und nur außerhalb der Brutvogelschutzzeit. Dass die Autofahrer sich an diese Regel halten, sollen Barrieren wie Poller sicherstellen. Wenn keine Fahrzeuge auf der Fläche stehen, bietet die Wiese somit Lebensraum für Vögel und Insekten.

Auch Fußgänger und Radfahrer sollen von dem Parkplatzprojekt profitieren. Brücken über die A 94 und die Münchner Straße verbessern die Verbindung zu den Naherholungsflächen wie dem Riemer Park. Besucher der Bauma können das Messegelände direkt vom Busparkplatz aus über eine Brücke erreichen, die über die Ottendichler Straße führt.

"Tolle Geh- und Radwegverbindung."

Das Besondere: Nicht nur Menschen sollen die Überführungen eine Vernetzung ermöglichen, sondern auch Tieren. Durch mehrere Meter breite Grünstreifen auf den Brücken soll die Magerrasenfläche des temporären Parkplatzes mit Habitaten in der umliegenden Landschaft verknüpft werden.

Bereits vor rund einem Jahr hatte der Feldkirchner Gemeinderat über das Konzept beraten. Die Kommunalpolitiker hatten damals allerdings noch Bedenken geäußert, unter anderem in Bezug auf die Verkehrsbelastung. Die leicht veränderte Planung, die Landschaftsarchitektin Andrea Gebhard in der Sitzung am Donnerstagabend vorstellte, konnte nun überzeugen. Ein Gutachten habe gezeigt, dass durch den temporären Parkplatz kein zusätzlicher Verkehr anfallen werde.

Feldkirchens Zweiter Bürgermeister Andreas Janson (UWV) lobte die "tolle Geh- und Radwegverbindung". Insgesamt könne das Gebiet durch das Projekt ökologisch stark aufgewertet werden. Da das Vorhaben dem Landesentwicklungsplan entgegensteht, musste außer der Gemeinde Feldkirchen die Regierung von Oberbayern zustimmen. Laut Planerin Gebhard hat diese aber bereits "grünes Licht" gegeben.