Kommunalwahl im Landkreis MünchenAuf und ab in den Rathäusern rund um München

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Muss nachsitzen: Neubibergs CSU-Bürgermeister Thomas Pardeller (Mitte).
Muss nachsitzen: Neubibergs CSU-Bürgermeister Thomas Pardeller (Mitte). Sebastian Gabriel
  • Die CSU gewinnt in vielen Gemeinden im Landkreis München deutlich hinzu, während die SPD in ehemaligen Hochburgen wie Haar und Unterhaching dramatische Verluste erleidet.
  • In Haar erzielte die CSU mit 48 Prozent einen Erdrutschsieg, die SPD stürzte dort auf nur noch 17,1 Prozent ab.
  • Die SPD kann jedoch in Unterföhring und Ottobrunn stark zulegen und wird in Unterföhring sogar zur stärksten Fraktion im Gemeinderat.
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Die Auszählung der Stimmen für Stadt- und Gemeinderäte im Landkreis München zeigt ein uneinheitliches Bild: Die CSU gewinnt in vielen Gemeinden, die SPD stürzt in Hochburgen wie Haar und Unterhaching regelrecht ab, gewinnt andernorts aber spektakulär. Grüne, AfD und Freie stehen ganz unterschiedlich da.

Von Daniela Bode, Iris Hilberth, Annette Jäger, Bernhard Lohr, Udo Watter und Sabine Wejsada

Nicht nur die Bürgermeisterwahl hat im Landkreis München Überraschungen geliefert, auch das Abschneiden der Parteien in den Kommunen und im Kreistag. Während die Verhältnisse im Kreistag mit leichten Zugewinnen für die CSU, Verlusten für die Grünen und einer stabilen SPD wenig verändert sind, offenbart der Blick auf die Rathäuser teils dramatische Verschiebungen. So erzielte die CSU in der Stadt Haar, einer ehemaligen SPD-Hochburg, mit 48 Prozent und 14 von 30 Sitzen einen Erdrutschsieg. Die SPD kommt hier nur noch auf 17,1 Prozent und fünf Sitze. Auch in Neubiberg legte die CSU an Mandaten zu, dort büßte allerdings ihr Bürgermeister Thomas Pardeller offenbar wegen seiner Kokain-Affäre persönlich Stimmen ein.

Wie in Haar wurde die SPD auch in Unterhaching abgestraft, in Garching und Ismaning verlor sie zumindest etwas. In Unterhaching gab die SPD nicht nur den Bürgermeisterposten ab, sie wurde dort von sieben auf fünf Sitze im Gemeinderat verkleinert. Ortsvorsitzende Sabine Schmierl sagt dazu: „Natürlich hätten wir uns ein besseres Ergebnis gewünscht.“ Aber man sei weiterhin drittgrößte Fraktion. Die Grünen legten wiederum in Unterhaching zu und kommen jetzt wie die CSU auf neun Sitze im 30-köpfigen Gremium. Schwarz-Grün ist daher weiterhin ein großer, mächtiger Block, so sie denn zusammenarbeiten wie zu Beginn der ablaufenden Amtszeit.

In Garching bleiben der SPD noch fünf Stadträte. Genauso viele haben nun die Grünen, die bislang mit vier Abgesandten vertreten waren. Die CSU stellt weiterhin sieben Stadträtinnen und Stadträte. In Ismaning rutscht die SPD auf sechs Mandate ab. Als Gewinner fühlen kann sich hier die CSU, die zwei Mandate gewonnen hat und künftig eine achtköpfige Fraktion bildet. Die Grünen sind fortan zu fünft im Gremium vertreten und legen um einen Sitz zu.

Dafür hat die SPD in Unterföhring und Ottobrunn stark zugelegt. In der Mediengemeinde holte sie mit Florian Klietsch auf Anhieb den Bürgermeisterposten, in Ottobrunn geht Florian Schardt in die Stichwahl gegen Amtsinhaber Thomas Loderer (CSU). In Ottobrunn bleibt die CSU zwar mit elf Sitzen die stärkste Kraft (bisher zwölf Sitze); doch die SPD springt von vier auf sieben Mandate. Größter Verlierer sind in Ottobrunn die Grünen, die statt neun nun nur noch sechs Sitze haben. Neu sind die AfD mit zwei Vertretern und die Linke mit einem Mandat.

In Unterföhring wird die SPD stärkste Fraktion

Die Wähler in Unterschleißheim kopierten bei der Stadtratswahl beinahe das Ergebnis von 2020. Die CSU holte mit 31,5 Prozent erneut die meisten Stimmen und kommt auf zehn Stadträte, die SPD folgt mit neun dahinter. Die Grünen fielen mit 13,5 Prozent etwas ab und stehen jetzt nur noch mit fünf Stadträten da statt wie bisher mit sechs. Dafür ist die Linke erstmals mit einem Vertreter im Gremium und die AfD legte um einen Stadtrat auf drei zu. Die AfD erzielte mit 11,1 Prozent ein knapp zweistelliges Ergebnis.

In Unterföhring stellt die SPD mit neuerdings sieben Frauen und Männern im Gemeinderat die stärkste Fraktion, die Grünen legen von einem auf drei Sitze zu. Die CSU vergrößert sich von vier auf sechs. Erstmals ist die europafreundliche Kleinpartei Volt in einem Gremium im Landkreis vertreten. Der große Verlierer in Unterföhring ist die Parteifreie Wählerschaft (PWU), die aktuell noch den Bürgermeister stellt. Sie sackte um 14 Prozent ab und von neun auf sechs Mandate.

Auch wenn Neubibergs Bürgermeister Thomas Pardeller (CSU) in die Stichwahl muss – bei der Gemeinderatswahl hat seine Partei gewonnen: Sie hat nun zehn Mandate, drei mehr. Sie zieht damit an den Grünen mit sieben vorbei. Verlierer sind die Unabhängigen für Neubiberg und Unterbiberg mit nun zwei Mandaten (bisher vier) und die Liste der Studenten an der Universität der Bundeswehr und Junges Neubiberg (USU-100 % Uni/JNeu) mit einem Mandat (bisher zwei). Die SPD behält unverändert drei Vertreter im Gremium.

In Pullach sind die Grünen nicht mehr stärkste Fraktion

Auch in Gräfelfing ist die CSU der Gewinner. Wahlsieger Bürgermeister Peter Köstler ist mit zwei zusätzlichen Sitzen für seine Fraktion insgesamt gestärkt. Enttäuschend fiel die Wahl für die etablierte Gruppierung Interessengemeinschaft Gartenstadt Gräfelfing (IGG) aus. Sie konnte ihre fünf Sitze nicht wie geplant vermehren. Federn lassen mussten die Grünen, deren Fraktion künftig nur noch vier statt fünf Mitglieder zählt.

In Oberhaching bleibt die CSU mit zehn Sitzen die mit Abstand größte Fraktion. Die Grünen erreichen mit fünf Mandaten fast wieder alte Größe (5). Wesentlich verstärkt hat sich die WGO, die sich von drei auf fünf Sitze steigert und ein Prozentpunkt mehr als die Grünen holte. Die SPD verliert einen Sitz und ist nur noch mit zwei Gemeinderäten vertreten.

In Grünwald hat die CSU ihre absolute Mehrheit noch ausgebaut: von 53,6 Prozent auf 55,3 Prozent, was umgerechnet 14 von 24 Sitzen bedeutet. Im Pullacher Gemeinderat hat die CSU die Grünen als stärkste Fraktion abgelöst: Sie kommt auf 28,7 Prozent der Stimmen, was umgerechnet sechs Sitze bedeutet. Die Grünen von Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund müssen sich nach Verlusten von mehr als fünf Prozent mit 25,9 Prozent und fünf Sitzen begnügen.

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