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Landkreis:Göbel für längere Weihnachtsferien

Maske auf: Landrat Christoph Göbel spricht sich für vorgezogene und längere Weihnachtsferien aus, um das Infektionsgeschehen einzudämmen.

(Foto: Claus Schunk)

Landrat will mit vorgezogenem Schulende Corona-Welle brechen.

Von Martin Mühlfenzl

Wenn es nach Landrat Christoph Göbel (CSU) geht, sollen die Weihnachtsferien für die Schüler bereits Mitte Dezember beginnen. Bis dahin, sagte er bei einem Pressegespräch am Freitagnachmittag, solle der Regelbetrieb so weit wie möglich in allen Schulen aufrecht erhalten werden. Vorgezogene Weihnachtsferien könnten aber dazu beitragen, dass Infektionsgeschehen auch unter Kinder und Jugendlichen zu beruhigen. Hintergrund des Vorschlags ist, dass im Landkreis immer mehr Klassen aufgrund von Infektionen mit dem Coronavirus in Quarantäne geschickt werden müssen; am Freitag (Stand: 15 Uhr) waren insgesamt 37 Schulen im gesamten Landkreis von Quarantänemaßnahmen betroffen. Hinzu kommt laut Göbel, dass die Sicherheitsmaßnahmen und Ausfälle von Lehrern auch zu einer Überlastung innerhalb der Kollegien führe.

Unterdessen nimmt das Infektionsgeschehen im Landkreis München weiter Fahrt auf: Von Donnerstag auf Freitag meldete das Landratsamt 134 dokumentierte Neuinfektionen mit dem Virus. Alleine elf Neuansteckungen entfallen auf die Gemeinde Taufkirchen, aus Garching wurden zehn neue Fälle gemeldet. Die wichtige Sieben-Tage-Inzidenz ging leicht auf einen Wert von 155,8 zurück.

Die Situation auf den Intensivstationen ist dramatisch

Dramatisch ist nach den Worten des Landrats inzwischen die Situation in den Kliniken der Landeshauptstadt, in denen auch Betten für Landkreisbürger freigehalten werden. Mittlerweile seien 90 Prozent der Intensivbetten mit Sauerstoffversorgung belegt. Auch die Zahl der Patienten in stationärer Behandlung steige weiter an. Daher hat der Landrat die Klinken in Haar, Planegg und Gräfelfing angewiesen, nicht notwendige Operationen zu verschieben und Kapazitäten für Intensivpatienten freizuhalten.

"Die Intensivkapazitäten sind unser Engpass", so Göbel, der mit Blick auf seine zweite Heimat, die Schweiz, vor "verheerenden Zuständen" mahnt. In Zürich etwa müssten Ärzte in Kliniken bereits die Triage anwenden, das heißt entscheiden, welche Patienten noch intensivmedizinisch behandelt werden sollen und welche nicht. So weit sei es hier noch lange nicht, beruhigte Oliver Abbushi, der Versorgungsarzt im Katastrophenfall. Chronisch Kranke sollten auch weiter in die Arztpraxen gehen, empfiehlt der Mediziner aus Oberhaching. Die Mitarbeiter in den Hausarztpraxen arbeiteten zwar am Anschlag, die Versorgung der Menschen sei aber sichergestellt.

Bis zum 16. Dezember sollen die drei Impfzentren des Landkreises in Unterschleißheim, Haar und Oberhaching betriebsbereit sein, versichert Göbel. Schnelltests und Reihentestungen in den Altenheimen sollen zudem ausgeweitet werden.

© SZ vom 21.11.2020
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